Campi, Giulio. — Campi, Antonio.
In dem großen Bilde zu St. Gismondo, wo U. L. F. der Herzog von Mailand und seine Gemahlin von ihren Schutzheiligen vorgestellt sind, und in dem Petrus und Marcellinus in ihrer Kirche, ist Campi so titianisch, dass er von Vielen mit Titian selbst verwechselt worden ist. Seinen Christus vor Pilatus, im Dome, schrieb man dem Pordenone zu. In einer heil. Familie zu St. Paolo in Mailand ist Correggio’s natürliche Anmuth. Dieses Bild hat G. Ghisi gestochen. Auch C. Cart, Ph. Thomassin u. A. haben nach ihm gestochen.
Giulio vernachlässigte über den großen Malern die Natur nicht, sondern fragte und wählte sie. Dieses thaten auch alle übrigen von ihm geleiteten Campi; denn er ist der Erste. Man sieht bei ihnen ausgewählte Frauenköpfe, besonders nach der Natur; das Colorit dieser Köpfe kommt dem des Paolo Veronese nahe.
Im Ganzen beobachten die Campi ungefähr die Farbenvertheilung, welche vor den Carracci in Italien gewöhnlich war, aber im Anlegen und Beleben haben sie eine ihnen eigene Lieblichkeit, welche Scarramuccia ganz ureigenthümlich fand. In Colorit also und Köpfen kann man die Campi nicht leicht von einander unterscheiden, leichter aber in der Zeichnung. Giulio übertrifft die übrigen an Grossheit, und bestrebt sich, mehr Kenntniss des menschlichen Körpers, der Lichter und Schatten zu bewähren. An Richtigkeit übertrifft er die beiden Brüder, steht aber dem Bernardino nach.
Er starb . Lanzi II. 355. d. Ausg.
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