Callon, Bildner aus Aegina, der an der Spitze der Künstler steht, welche zur Zeit der Kunstentwicklung den Namen von Aegina durch ihre Werke geehrt haben. Er war nach Pausanias ein Schüler des Tektäus und Angelion, die in Ol. 50 fallen, und so wird Callon im zweiten Kunstgeschlecht nach ihnen, auf Ol. 60 zu rücken sein. Er war gleichzeitig mit Canachus, und in alten Kunsturtheilen, so wie dieser, ein Vertreter des harten Styls; denn seine Werke, so wie die des Hegesias, nennt Quintilian hart und den toscanischen ähnlich (XII. c. 10). Ein ähnliches Urtheil fällt Cicero über Canachus (de clar. c. 18). Heinrich Meyer glaubt den Pausanias eines Irrthums beschuldigen zu müssen, wenn er den Callon zum Zeitgenossen des Canachus macht, von dem er gewiss wissen will, dass er erst in Ol. 05 lebte (Gesch. der b. K. bei den Griechen II. 74). Allein Thiersch, Schorn, K. O. Müller, Böckh und Sillig halten es für ausgemacht, dass ein Canachus noch um Ol. 65 gelebt, dessen Zeitgenosse Callon war. Es ist demnach die Angabe des Pausanias, mit der auch Plinius übereinstimmt, unumstösslich, nur ein späterer Canachus anzunehmen, der Ol. 05 lebte.
Vom Aegineten Callon sah man zu Amyklae einen ehernen Dreifuss mit dem Standbilde der Pasiphae , ein Weihgeschenk der Spartaner um Ol. 71, nicht Ol. 20, wie Pausanias berichtet, und zu Troezen die Minerva aus Holz geschnitzt. Von ihm selbst, oder unter seiner Leitung verfertigt, sind aller Wahrscheinlichkeit nach die Bildsäulen, welche in den Giebelfeldern eines äginetischen
Callon. — Callot, Jakob.
Tempel in zwei Gruppen vereinigt waren, die aber jetzt die Glyptothek Sr. Majestät des Königs Ludwig von Bayern zieren. Jener Tempel kann nicht weit über Callon hinausreichen, und wieder nicht weit unter ihn herab, wegen der starren Alterthümlichkeit der Häupter, Haare und Kleider an den Bildsäulen. Dazu lässt sich von keinem andern Aegineten mit einiger Sicherheit nachweisen, dass er in Marmor gearbeitet habe, als von Callon. Sämmtliche Bilder können indessen nicht von Callon herrühren, denn sie sind von verschiedener Arbeit; die Gehülfen anzugeben, dürfte jedoch nicht möglich sein.
Man kennt auch, wie gesagt, einen Callon aus Elis, der einen Chor von 35 Knaben aus Messene, welche bei der Überfahrt nach Rhegium untergegangen waren, mit dem Chorführer und Flötenspieler, in Erz goss. Außer dieser Gruppe erwähnt Pausanias noch einen Hermes mit dem Heroldstab von ihm.
Dieser Callon muss Ol. 86 (nach Müller Ol. 87) gelebt haben, denn zu dieser Zeit machte der Sophist Hippias eine Elegie auf die Knaben; wenigstens kann seine Thätigkeit nicht in spätere Zeit fallen. Auch Plinius nennt unter den Künstlern, die er unter Ol. 87 zusammenstellt, einen Callon.
Thiersch über die Epochen der b. K. unter den Griechen. 2te Aufl. 1829.
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