Callet, Anton Franz, Historien- und Bildnissmaler, geb. 1741, gest. zu Paris 1823. Er bildete sich unter A. Boizot, erhielt 175
den ersten großen Preis der Malerei , und machte sich zuerst durch die Restauration des von le Moine in der Capelle der Madonna bei St. Sulpice zu Paris gemalten Plafonds bekannt. Im Jahre IV. der Republik stellte er ein großes, 11 Fuß breites und 9 Fuß ho- hes Gemälde aus, das die Venus darstellt, wie sie, ihrem Sohne Aeneas zu Hülfe eilend, von Diomedes verwundet wird. Dieses Werk wurde von Kunstrichtern streng behandelt, vorzüglich weil es gar kein Relief hatte. Nicht viel besser sind zwei allegorische Bilder von ihm, das eine auf den 18. Brumaire im Jahre IX, und das andere im 12. Jahre der Republik ausgestellt, eine Allegorie auf den Einzug des ersten Consuls in Lyon . Beide verlieren sich in Unbestimmtheit, und erfordern einen Commentar, um verstan- den zu werden. Zu seinen übrigen Gemälden gehören: Achill, der Hektors Leiche um Troja schleppt; das Bündniss Napoleons mit Maria Louise, ein allegorisches Bild; die Schlacht von Marengo, eine Allegorie auf die Geburt des Königs von Rom ; die Einnahme von Ulm; Napoleons Einzug in Warschau ; die Familie Coriolans; Achill am Hofe des Nicomedes, letztere vier Bilder in Pastell; ein allegorisches Bild auf den Einzug der Bourbons; der Plafond der Gallerie Apollo im Louvre , Cybele vorstellend, wie sie Zephir und Flora mit Blumen bekränzen, und ein anderer Plafond in der Gallerie Luxembourg, die Aurora schildernd. Unter seinen Porträ- ten erlangte das des unglücklichen König Ludwigs durch den herrlichen Stich von Bervic besonderen Ruf. Es befindet sich in der k. k. Gallerie zu Wien. In diesem Gemälde hatte der Künst-
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ler die schwere Aufgabe zu bestehen, den neuen Forderungen der
Kunst und dem Vergleiche mit ähnlichen Darstellungen französi-
sischer Könige zu genügen. Callet hatte zwar über Rigaud keinen
Sieg davon getragen, aber doch ward sein Prachtgemälde Lud-
wigs XVI. dem Ludwig’s XIV. rühmlich an die Seite gestellt. Ma-
ler und Stecher hatten hier Rühmliches geleistet, denn auch Ber-
vic’s Blatt steht dem Meisterstücke Drevet’s nicht nach.
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