Callcott, Aug. Wall., ein trefflicher Landschaftsmaler, der um 1776 zu Kensington geboren wurde. Er nahm sich anfangs den Poussin zum Muster, wendete sich aber in der Folge mehr an die Natur und fand in Cuyp’s Bildern seinen Gegenstand der Nachahmung. Callcott hatte sich schon zu Anfang unsers Jahrhunderts vortreff- lich bekannt gemacht, und fortwährend sich als trefflichen Künst- ler beurkundet. Aus seinen Gemälden spricht treue Beobachtung der Natur, Schönheit der Linien, ein richtiges Verständnis der Plane und in allen Theilen eine lobenswerthe Leipenge und Ausfüh- rung, Vorzüge, wie man sie bei keinem andern englischen Land- schaftler findet. Seine Färbung ist schön und glänzend, denn er liebt die Heiterkeit, und daher sind seine Himmel und der Silberton seiner Gewässer bezaubernd. Die Gemälde seiner späteren Zeit haben nach Passavant (Kunstreise durch England etc. S. 316.) meist einen et- was grauen, doch leuchtenden hellen Ton; sie sind von einer ‚ange- nehmten, doch keineswegs nach englischer Weise gewaltsamen Wir- kung, ganz einfach und der wirklichen Beleuchtung ähnlich, und doch voll Reiz, der ebenso sehr durch die Formen, als die Farbe
. erreicht ist.
Dieser Künstler malt nicht nur Landschaften und Seestücke, son- dern entfaltet auch einen großen Reichthum glücklicher Beobach- tungen in seinen Genrebildern. Es herrscht darin eine Kraft und Handlung, die nicht leicht übertroffen wird. Seine Figuren äus- sern keine Affektation und der Ausdruck derselben ist bezeichnend. Besonders gut sind seine Schleichhändler dargestellt. Im Jahre 1831 brachte er ein ausgezeichnetes Bild mit der Ansicht von Trient zur Ausstellung, und nicht minder ausgezeichnet ist sein großes Gemälde, welches den Tower von der Wasserseite vorstellt und 1821 erschien. Passavant rühmt unter den Bildern, welche er von Call- cott sah, vor allen eine holländische Küste, woran Fischweiber mit einigen Männern stehen, die über einige auf dem Rande liegende Fische zu handeln scheinen; mit einer Stadt im Hintergrunde. Dieser ganz einfache Gegenstand zeigt, nach Passavant, am besten die Meisterschaft des Malers, da nur die große Wahrheit und der lebendige Vortrag den Reiz geben können, den dieses Bild auf Alle ausübte. Seine Bilder findet man in Häusern des Adels und den Kunstliebhabern Englands; darunter italienische Landschaften
und Ansichten, während andere an Englands und Belgiens Gegen- den erinnern. Auch in Deutschland war der Künstler; im Jahre 1827 in Dresden, wo der Hofmaler C. Vogel das Portrait des Künst- lers für seine interessante Sammlung zeichnete. Was den Werth von Callcot’s Landschaften noch erhöht, sind die gut gemalten Fi- guren, womit sie staffirt sind.
Callcot verfertigte auch Zeichnungen für die englischen Mustra- tions, z. B. zu: Landscape, Portrait and illustrations of the poeti- cal works of Sir W. Scott. London 1833. Auch andere Künstler haben zu den Stahlstichen für dieses Werk gezeichnet.
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