Calamis, —— Calandruzzi, Hiacynth.
ihm gegossenen Siegeswagen, denn in Bildung der Rosse kam ihm kein Anderer gleich, und unter den halberhabenen Arbeiten an silbernen Geräthen werden die seinigen den Werken des ersten Ranges gleich geachtet, Plinius nennt zwei silberne Pokale, die im Besitz des Germanicus waren, und von Zenodorus sehr kunst- reich nachgebildet wurden.
Obgleich ein Zeitgenosse des Phidias , behielt er doch in der Aus- führung seiner Bildsäulen noch Andeutungen des alten Styls und seiner Härte bei, Cicero und Quintilian, unstreitig griechischen Kunstrichtern folgend, stimmen darin überein, dass die Werke des Calamis zwar weniger hart, als die des Hegesias und Cana- chus, aber doch von der naturgemässen Weichheit der spätern noch entfernt gewesen seien. Dass aber, ungeachtet dieser Erinnerungen an den alten Styl, den Werken des Calamis eigenthümliche Schön- heit nicht gemangelt, wird mit gleicher Bestimmtheit angegeben. Lucian bewundert an der Sosandra den Ausdruck der Scheu, des garten und verborgenen Lächelns und die schöne Anordnung des Gewandes. Auch keine Allkmene irgend eines Künstlers war nach Plinius edler, als die seinige, Thiersch über die Epochen der b. K. unter den Griechen. Zweite Aufl. 153 ff.
Nach Hirt, Geschichte der bildenden Künste bei den Alten S. 154, macht Calamis gleichsam den Übergang von dem harten und her- ben Styl der Alten zu dem weicheren und verfeinerten des Myron und Polyclet. So blieb dem Calamis, zwischen die Alten und Neuen gestellt, immer noch ein Anstrich des Herben und Alterthümlichen gei vorragendem Verdienst.
Er war geschickt in jeder Art von Technik, so dass er mit Cal- limachus verglichen wurde. Er machte Colossen und die feinsten Silberarbeiten. Mit der Bildung der Athleten scheint er sich in- dessen nicht viel befasst zu haben.
Hirt glaubt, dass die Knaben, welche die Agrigentiner weihten, die Stellungen gehabt haben, welche Plinius unter dem Namen der Adoranten bezeichnet. Ein Bild dieser Gattung in Erz besitzt das königl. Museum in Berlin, aber die Eleganz der Gestalt weiset auf etwas spätere Zeit hin, als die des Calamis.
H. Meyer vermutet, Calamis sei Mitarbeiter am Parthenon ge- wesen, und die drei Pferdeküpfe in London, vom Giebel des Tem- pels, seien Arbeiten des Calamis, der in Pferden so berühmt war, Gesch. der b. Künste 1, 285.
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