Cagliari, Carl

Cagliari, Carl, genannt Carletto, Sohn und Schüler Paul’s,

geb. 1570 oder 1572, gest. 1500, malte schon in seinem 17ten Jahre so treffliche Werke, dass man glaubte, er würde seinen Vater über- treffen. Er vereinigte mit seines Vaters Manier die des Jakob Bas- sano, dem ihn sein Vater in die Lehre gab, um von diesem Mei- ster die richtige Vertheilung der Lichter unter die verschiedenen Gegenstände und die Behandlung jener glücklichen Gegenstellun- gen zu erlernen, wodurch die Gemälde leuchten. Carlo’s Pinsel ist etwas voller und schwerfälliger, die Farbe höher und kräftiger als die seines Vaters, und so für sich allein betrachtet, von diesem verschieden. Mehrere Werke sind übrigens schwer von denen seines Vaters zu unterscheiden; sei es, weil er nicht allein aus sich selbst arbeitete, oder Paolo wenigstens sie überging. Einige Erfahrene haben sogar die Pinselstriche des immer lebhaften, lieblichen und unnachahmlichen Paolo herauszählen und unter- scheiden zu können behauptet. So führt das Altarbild des Bischofs Frediano, mit Katharina und andern Heiligen, im mediceischen Museum, des Sohnes Namen, und hat ganz die Aumuth des Va- ters. Sein bestes Werk ist eine Madonna mit mehreren Heiligen im Kloster St. Sebastian zu Venedig.

Carletto vollendete mehrere Gemälde seines Vaters, wobei ihm sein Bruder Gabriel half, daher man denn auf einigen derselben liest: Heredes Paoli Caliari Veronensis fecerunt. Übrigens ar- beiteten sie auch an andern Werken gemeinschaftlich, Carlo hatte aber, wie Rudolfi benachrichtet, das größere Verdienst. Vielleicht arbeiteten mit ihnen auch noch mehrere andere Schüler Paolo’s. Die Grundsätze des Meisters, ja seine Studien und Figuren sogar wiederholen sich da.

Carletto starb zu früh für die Kunst, denn er zählte kaum 26 Jahre, als ihn der Tod überraschte. Zwei seltene nach ihm ge- stochene Blätter sind: Adam und Eva im Paradiese und Angelika und Medor, ersteres von J. D. Picchianti, letzteres von G. Sade- ler gestochen. Lanzi 1. c. 1290. und 147. u. a.

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