Cabays, ein geschickter Miniaturmaler

Cabays, ein geschickter Miniaturmaler, dessen Arbeiten man in Kunstkabinetten findet. Die naheren Verhältnisse dieses Künstlers sind nicht bekannt.

Van der Cabel oder Cabel, Adrian oder Ary, van der.

Van der Cabel oder Habel, Adrian oder Ary, van der, Maler und

Kupferstecher , der 1631 zu Ryswick geboren wurde, und ursprüng-

‚ lich van der Toow hiess. Er lernte bei van Goyen und hatte be-

reits tüchtige Kenntnisse, als er nach Italien reiste, Descamps

sagt zwar, dass Ary nicht weiter, als bis Lyon gekommen sei, al-

Jein dieses ist nicht wohl glaublich, denn seine Manier hat nichts

von der holländischen Schule; sie erinnert bald an B. Castiglione,

bald an S. Rosa und auch im Geschmacke des L. Carracci arbei-

tete er. Dass van der Cabel in Italien gewesen, dafür spricht auch

der Umstand, dass sein Name im Verzeichnisse der Schilderbent

vorkommt. In dieser Gesellschaft führte er die Beinamen Curydon

und Geestigkeit (s. Murr. Bibl. de peint. I. 135).

Van der Cabel zeichnete Figuren und Thiere sehr gut, und malte

alles mit freiem Pinsel. Im Colorite war L. Carracci sein Muster,

allein er verfiel zu sehr ins Braune, was man den schlechten Far-

ben zuschreibt, deren er sich bediente. Seine Bilder bestehen in

Landschaften, Marinen und Hirtenstücken, in denen sich ein

fleissiges Studium der Natur beurkundet.

Dieser Künstler führte ein regelloses Leben und war besonders

dem Trunke ergeben; daher musste man ihn immer in den Schen-

ken suchen. Der Tod ereilte ihn zu Lyon 1603.

Bartsch IV. 224 beschreibt von diesem Künstler 55 Blätter, und

‚ drei andere sind im Cataloge von Rigal angezeigt. Diese Blätter

übergeht Bartsch, so wie ein grosses Stück von zwei Platten:

Le Plan de campement des cavaliers de Neufville etc. 1670.

Alle diese Blätter sind mit einer festen Hand und mit leichter

Nadel gefertiget. Sie machen zwar wenig Anspruch auf eine glän-

zende Wirkung des Hell-Dunkels, aber sie bieten schöne Ideen, von

einem einsichtsvollen Zeichner geordnet,

Eine Folge von sechs verschiedenen Landschaften,

Diese sind numerirt und unten links bezeichnet: Adr., van der

Cabel jn. et fec. cum P, R.; rechts: N. Rob. ex. cum P. R. Die

ersten Abdrücke sind ohne Numern und ohne Inschrift auf dem

Titel: „Premier Liure des Paysages du sieur Vendrecable, qui ce

vendent a Paris chez Audran, rue St. Jacques aux 2 pilliers d’Or.

Diese Blätter sind 7 — 8 Zoll hoch, und 6 Zoll einige Linien

breit. Eine dieser Landschaften stellt die Flucht in Aegypten dar,

und eine andere zwei Weiber, von denen die eine die Füsse ba-

det. Diese letztere hat Cabel repetirt und in selber an die Stelle

der beiden Frauen den heil. Franziscus dargestellt, wie er die bei-

den Arme mit den Wundmalen empor hebt. Der Name des Künst-

Jers findet sich auf dem Blatte nicht, Bartsch hält aber den van

Cabel für den Verfertiger. H. 7 Z. 6 L., Br. 5 Z. 9 L.

Eine zweite Folge von 6 Landschaften. H. 5 Z. 7—9 L., Br.

ohngefähr 9 Z.

Diese Blätter sind bezeichnet: Adr. van der Cabel, jnu. et fecit

cum Priuil. Regis. — N. Rob. ex. cum P. R. Die Abdrücke vor

der Numerirung $ind selten. ;

Eine dritte Folge von sechs Blättern mit verschiedenen Land-

schaften. H. 5 Z. 5—0 L., Br. 8—909 Z.

Sie sind auf gleiche Weise bezeichnet, wie die obigen.

Eine Folge von fünf Landschaften, oder, wie Bartsch glaubt,

ebenfalls von sechs Blättern, doch sah letzterer nie ein sechs-

tes Blatt. H. 4—5 Z. und einige Linien, Br. 7 —8 Z. und

einige Linien,

Das eine dieser Blätter mit der Stadt im Hintergrunde und der

Schafheerde mit einem Hirten in der Ebene hat der Künstler wie-

Cabel oder Kabel etc. — Cabot, Johann Herrmann. 26$

derholt. In der Wiederholung gibt es einige Lichtstellen in den Bäumen des Vorgrundes, während in dem früheren Blatte der Vor- grund und die Bäume beschattet sind. Überdies gibt es noch andere Veränderungen; so hat das Gebäude mit dem Fronton in dem Stiche aus der oberen Folge fünf Fenster, in dem andern aber nur drei. Auch fehlt in letzterem die Inschrift, nur: V. Cabel, steht unten rechts. Dieses Blatt ist 4 Z. 7 L. hoch, 7 Z. 5 L. breit.

Eine weitere Folge von sechs verschiedenen Landschaften. H. Diese Blätter, von denen nur das letzte ohne Namen ist, sind bezeichnet: Adr. van der Cabel jnu. et fecit. Cum privil. Regis — N. Rob. ex. Cum P. R. Die ersten Abdrücke sind vor den römi- schen Numern unten in der Mitte; die zweiten tragen die römi- schen Zahlen und auf dem ersten Blatte liest man: S5eme; bei den dritten Abdrücken fehlt das 5eme.

Eine sechste Folge von sechs Landschaften, eben so bezeichnet wie die obige; H. 7—8 Z., Br. 12 Zoll und einige Linien. Die ersten Abdrücke sind vor den römischen Zahlzeichen, die späteren tragen diese.

Die siebente Folge von sechs verschiedenen Landschaften. H. Man hat von dieser Folge, die eben so bezeichnet ist, wie die vorhergehenden, zweierlei Abdrücke; die späteren sind mit den arabischen Ziffern 1 —5 bezeichnet, auf den ersten fehlen diese.

Die achte Folge von sechs Landschaften. H. 8 Z. 2—3 L., Br. 12 Z. 1—5 L. Bezeichnet: Adr. van der Cabel jnu. et fecit. Cum privil. Regis — N. Rob. ex. Cum P. R.

Ein Blatt von diesen Folgen ist gewöhnlich ohne Bezeichnung.

Die Ruhe in Ägypten. Adr. van der Cabel jnu. et fec. — N. / Rob. ex. Cum H. 8 Z. 8 L., Br. 15 Z. 6 L. St. Bruno, eben so bezeichnet. H. 17 Z. 6 L., Br. 12 Z. 5 L. St. Hieronymus. H. 17 Z. 4 L., Br. 12 Z. 4 L. Die ersten Abdrücke haben Audran’s Adresse nicht.

Eine Folge von drei Blättern. H. 4 Z. 3—4 L., Br. 6 Z. bis z. 2.

Die Gegenstände der Blätter sind: eine Stadt am Fusse eines Berges; der Hirt vor seiner Heerde gehend und der Flötenbläser. Ein jedes Blatt ist mit: Adr. van der Cabel jnu. et fecit cum privil. Regis. — N. Rob. ex. cum P. R., bezeichnet.

Eine kleine Marine. Adr. van der Cabel jnu. et fecit cum privil. Regis — N. Rob. ex. cum P. R. H. 3 Z. 10 L., Br. 5 Z. 7 L.

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