Bürkel, Heinrich

Bürkel, Heinrich, ein ausgezeichneter Maler, der 1802 zu Pirmasens geboren wurde. Er war anfangs zum Kaufmann bestimmt, fand aber keine Neigung zu diesem Stande und zog es daher vor, beim Friedensgerichte Bureaudienste zu leisten. Dabei zeichnete er schon in früher Jugend, was ihm vorkam, und zeigte bald ent- schiedenes Talent zum Künstler; konnte aber doch erst in seinem zwei und zwanzigsten Jahre sich mit Ernst der Kunst widmen. Zu dieser Zeit sah der Regierungspräsident Stichauer Zeichnungen von dem jungen Künstler und dieser beredete seine Eltern, Besitzer ei- nes Gasthofes, den Sohn nach München auf die Akademie der bildenden Künste zu schicken. Hier verfolgte Bürkel mit Eifer seinen Weg, studierte nach der Natur und nahm sich vornehmlich Ruysdael’s, Ostade’s, Wynant’s und Wouverman’s Bilder zum Mu- ster, und wurde in kurzer Zeit einer der vorzüglichsten Künstler seines Faches.

Bürkel hat eine bedeutende Anzahl von Gemälden gelie- fert und damit schon früher seinen Ruf begründet, als er nach Rom ging. Hier machte er einige Studien und führte selbst meh- rere Bilder aus, die Scenen aus dem italienischen Volksleben vor- stellen und allgemeinen Beifall fanden. Zwei sehr schöne Gemälde aus dieser Zeit besitzt Thorwaldsen, und ein anderes treffliches, die Kneipe Mezza Via, König Ludwig, von Bayern . Im Jahre 1832 kehrte der Künstler, mit Skizzen und Studien bereichert, aus Italien nach München zurück, wo er noch gegenwärtig seiner Kunst obliegt. Seine Gemälde bestehen in Landschaften mit Thie- ren staffiert, in Scenen aus dem Volksleben des bayerischen Hoch- ebirges und Tyrols, oder der Umgegend von Rom. Diese Schil- derungen aus dem ländlichen und gemeinen Leben zeichnen sich durch eine sprechende Auffassung von Wahrheit und Individualität aus, und besonders seine italienischen Volksscenen durch eine solche Lebendigkeit und Absichtlosigkeit der Darstellung, dass sie uns wie mit einem Schlage in die Wirklichkeit versetzen.

Bürkel’s Gemälde sind in ganz Deutschland verbreitet; mehrere hat der Kronprinz von Sachsen; der Großherzog von Baden; ei- nes malte er für den König von Würtemberg; für den Domherrn Spiegel; für den Bankier Wagner in Berlin u. s. w. Ein großes Bild besitzt der Herzog von Cambridge, und der hanoversche Kunstverein ließ für die Mitglieder desselben ein solches lithogra- phieren. Es stellt einen Transport von Briganten durch die Sbir- fon vor.

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