Bugiardino, Giuliano, Historienmaler zu Florenz , geb. 1481, gest. 1556. Dieser Künstler wird von Vasari als Mitschüler des Buona- rotti, als Gehülfe Albertinelli’s und als Colorist einiger Bilder des Frate beschrieben. Dabei nennt er ihn albern, das Bild genügsa- mer Armuth und breiten Lobsprecher seiner Madonnen, und hat somit den Menschen geschildert, aber das Verdienst des Malers nicht gehörig geschätzt. Dieses beweiset die Verachtung, womit er von dem Martyrium der heil. Catharina in S. Maria Novella spricht, einem Bilde, welches Bottari bewundernswerth nannte, nicht nur wegen der Soldaten, welche Buonarotti, da der gute Mann das Bild nicht fertig bekommen konnte, mit Kohle zeich- nete, Giuliano aber nachher malte, sondern auch im Übrigen. Die Gemälde dieses Künstlers zeigen den Nachahmer Leonardo da Vinci’s, und einen höchst fleissigen Künstler. Nach Vasari’s An- gabe malte er sehr langsam, denn er copirte die grössten Meister mit unendlichem Fleisse und grösster Genauigkeit. Er scheint nicht viel Erfindung gehabt zu haben, so wie er auch nicht einem Style treu blieb, und bald von diesem, bald von jenem Meister Gedau- ken nahm. Wegen seiner treuen Anhänglichkeit an das Vorbild, galt er auch im Portraite ausgezeichnet, besonders aber trefflich als
Historienmaler .
In Bologna wird in der Stephanskirche ein heil. Johannes von diesem Künstler geschätzt. In Florenz malte er viele Madonnen und heil. Familien, welche man vielleicht an der Farbenverteilung, an den plumpen, schwerfälligen, wie an Wagenbalken aufgehängten Männern, an den zuweilen ohne Noth zum Schmerz verzogenen Mäulern erkennen kann.
Vielleicht sind auch diejenigen Bilder von diesem Künstler, die man zu Bologna mit der Unterschrift: Jul. Flor. bezeichnet findet,
Lanzi I. 114 d. Ausg. Fiorillo I. 382 nennt diesen Künstler einen gemeinen Maler, den aber Michel-Angelo begünstigte, und schätzt das Gemälde der heil. Catharina nur desswegen, weil einige Figuren von Michel-Angelo gezeichnet sind. Fiorillo scheint mit Vasari den Bugiardino zu gering zu schätzen.
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