Buffalmacco lieferte, der Angabe Vasari's zu Folge

Buffalmacco lieferte, der Angabe Vasari's zu Folge, eine seiner ersten Arbeiten im Kloster der Nonnen von Faenza , welches auf dem Platze gelegen war, wo heut zu Tage das Castell St. Johannis des Täufers, genannt Fortezza da basso, gelegen ist. Die Bilder enthielten Darstellungen aus dem Leben Christi. Buffalmacco war stets aufgelegt zu losen Scherzen, und so blieben denn die Non- nen nicht ungeschoren. Er errichtete auf dem Gerüste einen Po- panz mit Käppchen und Mantel, weil die Schwestern sich beklag- ten, dass er immer ganz willkürlich gekleidet sei, und in der Jacke male, und suchte dadurch ihren Vernaceia aus dem Reller zu locken, dass er behauptete, er bedürfe eines guten weissen Weines, um seinen Farben die Lebensfrische zu geben.

Als er diese Arbeiten beendet hatte, malte er in der Abtei von Settimo die vier Patriarchen und die vier Evangelisten, und hier- auf zu Florenz für die Carthäuser-Mönche zwei Temperabilder, und Fresken in der Kapelle der Giochi und Bastari in der Abtei, die aber sämmtlich, so wie jene in Ognissanti, zu Grunde gegangen sind. Zur Zeit Vasari's, aus welchem wir hier die angeblichen Werke Buffalmacco’s aufzählen, waren sie noch zu sehen.

Vasari behauptet, dass Buffalmacco in S. Petronio zu Bologna gearbeitet habe; allein diese Angabe ist unrichtig, da der Bau der Kirche erst lange nach des Künstlers Tode begonnen wurde. Im Jahre 1302 soll er in der Kirche S. Francesco, in der Rapelle der heil. Katharina, die Begebenheiten aus dem Leben dieser Hei- ligen in Fresco gemalt haben, Bilder, die zu Vasari’s Zeit noch erhalten waren. Als er diese Arbeit vollbracht hatte, beschäftigte ihn der Bischof Guido Tarlato zu Arezzo. Er malte im Dome eine Kapelle, die aber nicht mehr mit Sicherheit angegeben ist, wobei ihm der seltsame Zufall begegnete, dass der Affe des Bi- schofs die Gemälde zweimal mit den Pinseln besudelte. Der Ma- ler war anfangs sehr betroffen, weil er dieses für ein Werk seiner Feinde hielt, lachte sich aber die Tränen in die Augen, als er den Thäter erfuhr, und stellte die Malereien wieder her.

Als Buffalmacco die Malereien in der Kapelle vollendet hatte, befahl ihm der Bischof, an einer Wand seines Palastes einen Ad- ler auf dem Rücken eines Löwen darzustellen. Der Künstler ver- sprach alles zu tun, malte aber hinter der Bretterverkleidung ei- nen Löwen, der einen Adler zerreisst (der Löwe war in dem Wap- pen von Florenz, der Adler in dem von Arezzo). Um der Rache des Bischofs zu entgehen, entfernte er sich unter dem Vorwande, in Florenz zur Vollendung des Bildes Farben einzukaufen, erschien aber nicht wieder. Der Bischof zürnte zwar Anfangs, vergab aber später dem Schalk, und berief ihn wieder nach Arezzo, um im

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