Brun, Louise Elise le

Brun, Louise Elise le, geborne Vigée, Historien-, Portrait- und Landschaftsmalerei, geb. zu Paris 1755 oder 58, eine berühmte Künstlerin. Sie hatte keinen Lehrer, nur an Joseph Vernet und Greuze fand sie freundschaftliche Rathgeber —, und brachte es durch soweit, dass sie schon 1780 in die Akademie aufgenommen wurde. Von dieser Zeit an spielte sie eine große Rolle, besuchte Italien , auch Russland und England , wurde aber in London nicht so recht galant empfangen, indem einer der geschätztesten Maler es übernommen hatte, ihre Werke in einem Pamphlet herunter zu setzen, und zu beweisen, dass ihre Zeichnung uncorrect und alle ihre Wirkung nur durch ihre manierirte Schattengebung hervor- gebracht sei. Indessen gelang es ihr doch, sich geltend zu ma- chen, und die reichen Lords zu blenden. Zwei Hauptstücke, welche ihren Ruhm verbreiteten, sind ein Kniestück des Prin- zen von Wales , und ein anderes der Signora Grassini als Dirce. Sie wusste das Auge durch sauber vollendete Draperie, Samt, Spitzen etc. und durch einen Prunk von Regenbogen-Farben zu bestechen. Jedes Portrait kostete 500 Guineen, jedes ganze Gemälde 1000 Guineen. Einer Gruppe des Amphion war sie nicht gewachsen, — sie verunglückte und erweckte die Kritik.

In Petersburg malte sie das Bildnis des Kaisers und der Kaiserin und mehrere Grosses, auch wurde sie zum Ehrenmitglied der kaiser- lichen Akademie ernannt. Übrigens beehrten sie auch andere Akademien mit ihrer Aufnahme: die zu Copenhagen, zu Bologna , Parma , St. Luca zu Rom, Berlin, Rouen, Genf und 1828 noch die zu Vaucluse.

Im Jahre 1790 malte sie, wie Angelica Kaufmann ein Paar Jahre früher, für die Akademie zu Florenz mit fleißigem und zartem Pinsel ihr eigenes Portrait, welches Göthe die Veranlassung zu einer Vergleichung beider Künstlerinnen gab. Vorzüge gegen Vor- züge gehalten steht das Bild der Angelika, mit dem zarten gemüth- lichen Blick, in Hinsicht auf Geist und Talent höher, wenn auch in Betracht dessen, was bloße Kunstfertigkeit ist, die Waage nicht entschieden zu ihren Gunsten sich neigen sollte. S. Winkelmann und sein Jahrhundert S. 318.

Unter die vorzüglichsten Werke dieser Künstlerin zählt man:

Ihr Aufnahmsstück in die Akademie, das den Frieden darstellt, der die Abundantia zurückführt, und die Venus, die dem Amor die Flügel bindet, beide gestochen von Pierre Ville. Landon lübt

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