Brucker, Nicolaus, Maler von Trudering bei München , der Sohn eines Bauers, hatte das Glück, an der Churfürstin Maria Anna, die den Knaben bei der Frohnleichnams-Prozession sah, eine zweite Mutter zu finden, die ihn erzog und immer um sich be- hielt. Hier fing Brucker aus eigenem Antriebe an, Miniaturbilder aus ihrem Gebetbuche zu zeichnen, und zuletzt liess ihn Churfürst Maximilian I. in der Malerkunst förmlich unterrichten. Er brachte es in der Miniaturmalerei weit, und auch in der Ölmalerei lei- stete er Lobenswerthes, wie einige Altarblätter, besonders Crucifixe, und verschiedene Portraite von Mitgliedern des Hauses Bayern be- weisen. Im Jahre 1665 malte er den Churfürsten in Lebensgrösse, und ausserdem noch mehrmals im Brustbilde.
Brucker wurde unter Ferdinand Maria Hofmaler. Diesen Für- sten unterrichtete der Künstler 8 Jahre in der Zeichnungskunst und in der Malerei , und fertigte für ihn auch viele zarte Minia- turen. Besonders ziert er für denselben zwei Officia beatae vir- ginis, eines in 8., das andere in noch kleinerem Formate.
Dieser Künstler kam in alten Tagen, da seine Wohlthäterin be- reits 1605 gestorben war, in die misslichste Lage, und so musste der arme Mann, unfähig sich durch seine Kunst zu ernähren, zu- letzt Hühnersteigen verfertigen, und sie selbst auf dem Markte feil- bieten. Im Jahre 1604 befreite ihn endlich der Tod von seinem sorgenvollen Leben. Man schrieb zu seiner Zeit den Namen des Künstlers auch Prucker, und auf einem von Wening 1676 nach ihm gestochenen Bildnisse des Arztes Mapheis steht: N. Brug. Wir fanden in archivalischen Dokumenten, dass sich der Künstler selbst immer Brucker oder Bruckher geschrieben habe.
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