Brosse, Jakob de

Brosse, Jakob de, ein berühmter französischer Architekt, von dem weder der Ort noch das Jahr der Geburt, und eben so wenig auch das Sterbejahr bekannt ist. Für ihn sprechen nur allein die Bauwerke, welche er in Paris unter der Regentschaft der Königin Maria von Medicis hinterliess, nämlich in der ersten Hälfte des 17. Jahrhunderts. Für diese Fürstin erbaute er 1611 das Hôtel Lu- xembourg, welches zu Grunde ging, und dem jetzigen Palaste den Namen gab, zu welchem De Brosse im Palaste Pitti zu Flo- renz sein Vorbild fand. Er übergab der Königin mehrere Entwürfe, und denjenigen, den sie am tauglichsten fand, schickte sie nach Italien und in andere Länder, um darüber das Gutachten der be- rühmtesten Baumeister zu vernehmen. Bernini sagte bei seiner Anwesenheit in Paris, dass er kein Gebäude kenne, das besser construirt und regelmässiger sei. Eine ausführliche Beschreibung dieses Palastes gibt Quatremere im Diction. hist. d’architecture.

Während sich der Luxembourg erhob, entstand auch das schöne Portal der Kirche St. Gervais zu Paris, zu welchem Ludwig XIII. den Grundstein legte. Dieses Portal, das De Brosse 1616 begann, zeigt im unteren Theile die dorische, in der Mitte die jonische, und oben die corinthische Säulenordnung.

De Brosse stellte auch den grossen Saal der Justiz, welcher 1618 durch Feuersbrunst litt, in dem Stande her, wie er sich noch be- findet, und das letzte Werk dieses berühmten Künstlers ist die 1200 Fuss lange und 72 Fuss hohe Wasserleitung von Arcueil bei Paris, welche 1624 vollendet wurde.

Man hat von ihm auch ein Werk unter dem Titel „Reglement général d’architecture civile etc.“, Paris 1610.

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