Bronzino, Angelo. — Brookshaw, Richard.
war Pontormo’s Schüler, hat aber, auf Michel Angelo’s Nachahmung zurückgewiesen, den Grundsätzen der Venetianer einen entschiedenen Einfluss auf sich gestattet; auch hat er nicht unbedeutenden Antheil an der Umbildung der mehr und mehr sinkenden Kunst genommen, welche dann erst durch Carracci in ein neues frisches Leben zu- rückgerufen wurde.
Bronzino’s Compositionen sind sehr lieblich, die Köpfe ange- nehm und geistreich, die Zeichnung korrekt, das Colorit aber nicht selten bleich, schneeig und das Roth des Fleisches schmink- ähnlich. Eine vorherrschende Farbe jedoch ist das grelle Gelb, und zu tadeln der Mangel an Rundung.
In den Kirchen zu Florenz sind einige Bilder von ihm, doch nicht von gleichem Verdienste. Schön sind: Die Frömmigkeit in S. Maria Nuova und der Limbus, ehemals in S. Croce, ein Ge- mälde, das mehr für eine Akademie, als für eine Kirche taugt. Es ist gegenwärtig in der florentinischen Gallerie und, der Blössen wegen, mit einem Vorhange bedeckt, hat aber sehr in der Fär- bung verloren. In einer Kapelle des alten Palastes werden seine Wandgemälde gelobt, weniger aber die Decke, wo es an der Li- nienperspektive gebricht.
Hirth. Hirt (Museum von Dr. Kugler 13353 No. 130) glaubt, dass das Bildnis der Eleonora Sanvitali, die den Teutschen durch den Tasso von Goethe so interessant geworden ist, unzweifelhaft ein Werk Bronzino’s sei. Das Bild ist gemalt, als Eleonora vier Jahre alt war. Es befindet sich in der k. Sammlung zu Neapel, und ist ein Gemälde von seltener Schönheit und Anmuth.
In Prato sieht man in den Kirchen S. Agostino und S. Domenico zwei Altarbilder und ein Paar andere Gemälde, von nicht grosser Dimension, sind im Hospitale daselbst. Auch in Gallerien des Auslandes finden sich noch Bilder von Bronzino. Viele gingen nach Frankreich. Noch ist zu erwähnen, dass er eine blühende Schule hatte, aus welcher treffliche Künstler hervorgingen.
Bronzino war auch Dichter und beschäftigte sich viel mit der Er- örterung der Frage über den Vorzug der Bildhauerkunst vor der Malerei. Er entschied für letztere. S. Bottari’s Briefe 41. 20.
Er lebte, nach Vasari, noch 1567 in einem Alter von 65 Jahren und starb nach Borghini’s Angabe im 60. Jahre. Ticozzi lässt ihn 1501 das Licht der Welt erblicken und 1570 sterben. Man hat sechs grosse Kupferstiche nach seinen Werken, gest. von L. Vor- stermann, H. Coeck u. a.
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