Bray, Dirk de, Maler und Formschneider zu Harlem, Sohn von Simon, ein Künstler, von welchem Houbracken sagt, dass er ein guter Blumenmaler war, und später Mönch wurde. Letzteres scheint seine Richtigkeit zu haben, so wie auch, dass er in Holz geschnitten, denn im Besitze des Buchdruckers Enschede war ein kleines geschriebenes Buch, welches über die Buchbinderkunst han- delt, außer dessen Titel mit fremder Hand geschrieben steht: Onder- wys van ‘t Boekbinden door D. de Bray geschreven tven hy nog leerjongen was en met zyne eige geinventerde, Tekeningen ver- cierd; zynde h}y‚ tot ryper ouderdom gekomen, geworden ecen groud Tekenaar en Figursnyder. Aus dieser Inschrift erschien wir, dass Dirk anfangs die Buchbinderkunst erlernen wollte, dass er aber schon damals sich im Zeichnen übte, weil er seine Anweisung für Buchbinder mit seinen eigenen Zeichnungen erläuterte.
Ueber dem obigen Titel des Büchleins liest man: Nota. Dirk de Bray is in t’ jaar 1656 in t’ Bockverkopers-gild, ingetekent bij Passchier van Westbusch, werd een goed Schilder en Figuur- schnyder, en is veel jaaren Secretaris van St. Lucas - gild te Harlem geweest, eindelyk is hy van Harlem naar Braband in een Klooster vertrokken, en heeft het Monnikerkleed en orde aangenomen. Zyn vader en broeders waren ook treffelyke Schilders. Am Ende dieser Note steht die Jahrzahl 1658, vielleicht die Zeit, in welcher Dirk in das Kloster trat.
In der einen dieser Bemerkungen wird de Bray Zeichner und Figurenschneider genannt, und in der andern Maler und Figuren- schneider, in keiner aber Blumenmaler. Es bleibt daher der Vermutung Raum, dass Houbracken’s Blumenmaler de Bray vielleicht ein Bruder Dirk’s gewesen, denn die Nota sagt deutlich, dass sein Vater und seine Brüder (broeders) treffliche Maler gewesen. Auch ein Jan de Bray wird erwähnt, welchem die Stadt Har- lem für ein Bild mit Portraiten einiger Kriegsleute 275 Gulden be- zahlte. Van Eynden und van der Willigen (Gesch. der vaderland. Schilderkunst I, 400) glauben, dass unser Künstler auch Blumen
gezeichnet und gemalt habe, namentlich für die harlemischen Blumisten;
Dirk de Bray schnitt das Bildnis seines Vaters trefflich in Holz. Dieses findet man an der Spitze des Werkes: Sa. de Brays Bedenkingen over het uitleggen en vergrooten der stad Harlem, 1667.
Unter dem Porträt, das Jakob de Bray gemalt hat, liest man: Salomon de Bray, Schilder en Bouwmeester, tot Harlem. Salomon war also auch Baumeister, wovon Houbracken nichts erwähnt.
Ausser diesem Porträt haben wir von Dirk noch andere schöne Holzschnitte, als: Christus am Kreuze, ein kleines Portrait u. s. w., wahrscheinlich nach Jakob de Bray. Einige dieser Stücke sind mit einem Monogramme, oder dem Namen de Bray und der Jahrzahl 1674 bezeichnet. Letztere gehören, nach Brulliot’s Versicherung, ohne Zweifel diesem Künstler an, indem Salomon und Jakob zu dieser Zeit schon tot waren.
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