Brandel, Peter

Brandel, Peter, Bildniss- und Geschichtsmaler, geb. zu Prag , gest. zu Kuttenberg 1730. Er lernte bei dem k. Hofmaler Schrö- der, verließ ihn aber bald, und studierte für sich selbst die Natur und die Antike nach Gypsabgüssen, boßirte daneben auch in Ton, was ihm nachher im Gruppiren und in Vertheilung des Lichtes und Schattens, so wie in der praktischen Perspektive sehr gut zu statten kam. Er galt in kurzer Zeit für den ersten Künstler Böh- mens, allein eine übel gerathene Ehe untergrub sein Glück, und stürzte ihn selbst in ein liederliches Leben, so dass er zuletzt in die grösste Armuth gerieth, obgleich seine Bilder theuer bezahlt wurden. Sie zeichnen sich durch Einfachheit der Composition, Schönheit der Gruppirung und Wärme des Colorits aus. Letzteres ist besonders in der Carnation täuschend wahr. Auch als Zeichner arbeitete er in einer grossen und freien Manier; er ist aber über- trieben im Ausdrucke der Affekte, und sah zu wenig auf die Grazie in seinen weiblichen Köpfen. Er schmückte seine Bildnisse mit Landschaftlichen Nebenwerken, die er sehr gut malte; bei der Ar- chitektur bediente er sich aber der Beihilfe Hybel’s.

Schade, dass seine Bilder wegen vernachlässigter Wahl und Zu- bereitung der Farben merklich nachdunkelten. Unter seine be- rühmtesten gehören die Taufe Christi in der Metropolitankirche, und der Streit der Engel bei St. Michael zu Prag . Zu seinen Meisterwerken gehört auch die sterbende Maria Magdalena im kleinen Chore der Domkirche zu Mainz . Eine ausführliche Bio- graphie unsers Künstlers, der zum grössten Unglücke in den spä- tern Jahren durch Abbauung einer Goldgrube seine zerrütteten Verhältnisse wieder herstellen wollte, findet man in Meusel’s Neuen Misc. II. 306 f., und das Verzeichniss seiner Gemälde in der Ab- bildung böhmischer und mährischer Künstler I. 14 — 17, auch bei Abacz. Ö

Von ihm selbst geätzt besitzt man das Blatt eines Engels in ei- ner Glorie.

Brandel hatte einen jüngeren und einen natürlichen Sohn, von denen der erste Maler wurde, aber den Vater nicht erreichte, der andere die Kupferstecherei trieb, und jung starb. Er arbeitete Vieles für den Grafen von Spork in Kukusbad.

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