Bourdon, Sebastian, Maler und Kupferstecher , geb. zu Mont- pellier oder zu Marseille 1616, gest. zu Paris 1671. Er lernte die Anfangsgründe der Malerei von seinem Vater, einem Glasmaler, kam in jungen Jahren nach Paris und durchzog Provinzial- städte, bis er gezwungen war, Soldat zu werden. Er durchlebte traurige Tage, aber selbst das Elend war nicht im Stande, ihm den Muth zu rauben und den Hang zur Kunst zu vertilgen. So- bald er seinen Abschied erhalten hatte, zog er nach Italien , und kam nach Rom, wo die Bekanntschaft mit A. Sacchi und Claude Lorrain, deren Werke er trefflich copirt hatte, nicht wenig zum glücklichen Erfolge seiner Studien beitrug. Nach einem dreijäh- rigen Aufenthalte in Rom ging er nach Venedig , und kam in sei- nem sieben und zwanzigsten Jahre nach Frankreich zurück, wo er für Notre-Dame ein sogenanntes Maßgemälde malte, das die Kreu- zigung des heil. Petrus vorstellt. Es gehörte zu den schönsten Zierden der Kirche, und gilt überhaupt für Bourdon’s Meister- stück, das gegenwärtig im k. Museum aufbewahrt wird. Eines seiner berühmtesten Gemälde ist auch Simon der Zauberer in der Cathedrale zu Montpellier . Dieses Gemälde lag 80 Jahre zusam- mengerollt in einer Dachkammer, und wurde nachher von einem unwissenden Restaurator übel zugerichtet.
Begabt mit einer fruchtbaren Einbildungskraft, malte Bourdon mit leichtem und wahren Pinsel Geschichte, Porträts , Landschaf- ten, Schäferstücke, Familienbilder, Soldatenszenen und Grottesken mit gleichem Erfolge. Sein Colorit ist lebhaft, die Composition sinnreich, der Ausdruck bezeichnend und besonders jener seiner Madonnen seelenvoll. Auch in den Stellungen ist er zierlich, aber in den Extremitäten nicht immer richtig. Viele seiner Gemälde sind in einer flüchtigen Manier gefertigt, und gewöhnlich sind dieje- nigen, auf welche er die wenigste Mühe verwendet, am meisten Echt. Besonders ist seine große Schnelligkeit bemerkenswerth.
Er malte eines Tages zwölf Gesichter, und gewann dadurch eine bedeutende Wette.
Im Jahre 1652 kam Bourdon nach Schweden an den Hof der Königin Christina, und malte die letztere, den Prinzen Carl Gu- stav und beinahe alle Grossen des Reiches. Die Königin ernannte ihn zu ihrem Hofmaler, nach ihrer Abdankung ging er aber wieder nach Paris zurück, und nun erst entwickelte er den ganzen Umfang
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