Bouchardon, Edmus

Bouchardon, Edmus, einer der grössten französischen Bildhauer und Baumeister , geb. zu Chaumont in Bassigny 1708, gest. zu Paris 1762. Er lernte die Anfangsgründe der Kunst bei seinem Vater und studierte dann zu Paris unter dem jüngeren Coustou. Nachdem er den ersten Preis der Akademie erhalten hatte, ging er nach

Rom , um durch das Studium der Meisterwerke der Kunst seine Bildung zu vollenden. Er zeichnete hier die schönsten Überreste der griechischen und römischen Architektur und Plastik, und fand so Gelegenheit, den Papst Clemens XII. im Brustbilde darzustellen. Für seinen König kopierte er den berühmten Barberinischen Faun, der sich jetzt zu München in der Glyptothek des Königs Ludwig von Bayern befindet. Nach seiner Rückkehr wurde er 1733 zum Mitglied der k. Akademie und 1746 wirklicher Pro- fessor an derselben. Eines der schönsten Werke dieses Künstlers ist die Fontaine de Grenelle, in der von Michelangelo so sehr

erwünschten Pyramidalform errichtet, und mit Bildern und Basreliefs verziert. Diese Fontaine ist merkwürdig durch den edlen Stil der Composition, durch die Genauigkeit der Proportionen und durch die Vollendung der Details. Ein anderes berühmtes Werk war die Reiterstatue Ludwig XV., welche zu Paris am Ende des Gartens der Tuilerien aufgerichtet wurde. An dieser Statue hatte Bouchardon zwölf Jahre unablässig gearbeitet, und besonders für das Pferd unzählige Risse nach der Natur gemacht. Das Fuß- gestell war bei dem Ableben des Künstlers noch nicht ganz fer- tig, und daher machte sich Pigal an die Ausführung. Diese be- rühmte Statue wurde 1790 unter der Regierung der gesetzgebenden Versammlung umgestürzt und vernichtet.

Arbeiten von Bouchardon sind auch in den k. Gärten zu Ver- sailles und Choisy, so wie im Garten des Lusthauses Grosbois. Im Chor der Kirche St. Sulpice ist von ihm die Statue Christi, des heil. Petrus und Paulus und jene des Johannes Evangelista.

Mehrere seiner plastischen Arbeiten wurden auch gestochen. Mariette besass mehr als 425 Kupferstiche nach dessen Künstlers Zeichnung, und von den letzteren eine grosse Anzahl, die um 15.505 Liv. verkauft wurden.

Von ihm selbst geätzt kennt man zwei Bildnisse des Cardinals

Borghese, nach Bernini. Zwei Blätter Studien, nach Maratti, Einen kleinen Cupido.

Bouchardon’s jüngerer Bruder hat auch mehreres in Kupfer ge- stochen,

L. Bouche, Martin, ein Kupferstecher von Antwerpen, der mit sei- nem Bruder Peter Paul Vieles gemeinschaftlich arbeitete. Von ihnen sind die Kupfer im P. du Ryers Uebersetzung der Metamorphosen Ovid’s, die 1677 Foppens besorgte. Von seiner Arbeit findet man auch in Sponnii Miscellaneis 1685, und ein Bildnis des 1679 hingerichteten Jesuiten John Fenwick führt Heinecke an.

Martin Bouche, der um 1640 geboren wurde, fertigte zahlreiche Porträts und auch historische Blätter, die nach Malpe I. 115 ge- sucht zu werden verdienen, welche aber Christ mittelmässig nennt. Er arbeitete in Frankreich und in England, und Vieles für die Buchhändler zu Lüttich und Brüssel. Sein Todesjahr ist unbekannt, so wie das seines Bruders. Von letzterem kennt man neben andern eine Folge von Ornamenten, zu London 1603 herausgegeben.

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