Beichem Rath mit einem Erbtheile von 40, 500 fl.

Beichem Rath mit einem Erbtheile von 40,500 fl., welchen dieser in kurzer Zeit durch Laboriren und allerlei Ausschweifungen ver- schwendete, worauf er auch bald gestorben ist.

Uebrigens rühmt Füssli von ihm, dass er seinen Figuren eine schlanke und edle Stellung in gut gewählter Bekleidung gab, die Gruppen schön auseinandersetzte, sein Colorit sanft und angenehm in einander fliessen liess, und in vielen Gemälden die Bildnisse seiner Freunde anbrachte. Er malte sehr schöne Vögel und andere

Thiere in Landschaften, welche er nach der Manier des ältern Joh..

van Kessel — wiewohl aus Mangel gutangebrachter Schatten nicht in der besten Haltung — und nach Breughel’s Manier ausarbei- tete. Hätte er C. Lorrain beachtet, so würde er in diesem Fache unter die grossen Meister zu zählen sein. Er war ein wissen- schaftlich gebildeter Maler, welcher sein Ideenreich durch die man- nigfaltigsten hist. mytholog. Kenntnisse bereicherte. Seine histori- schen Gemälde wurden eben desswegen gewöhnlich überladen, zu kleinlich und zu kraftlos. Dabei war er desto grösser in seinen Ge- sellschaftsstücken. Es ist sehr zu bedauern, dass er nicht die Vor- sicht brauchte, sich die besten Muster auszuwählen. Hätte er sich in seiner Zeichnung nach der römischen Schule gebildet, und Titian zum Muster seiner Farbe genommen, so würden seine Fi- guren mehr Wahrheit, seine Farbe mehr Natur und Stärke haben.

Da er sich aber in dem Ersteren dem berühmten Lairesse und den Niederländern näherte, und in der Farbe van der Werff nach- ahmte, so fiel er in die Fehler dieser grossen Meister, ohne in ihren Vorzügen ihnen gleich zu kommen. Seine Figuren sind nicht selten zu kurz, die Falten der Kleider nicht gut geworfen, sein Fleisch ist nicht natürlich und gleicht mehr dem Elfenbein.

Ungeachtet dieser Mängel und Fehler bewies er jedoch grosse Fähigkeiten; seine Gedanken sind erhaben, die Zusammensetzun- gen wohl überlegt und die Figuren ausdrucksvoll. Vorzüglich em-

fehlen ihn seine rein nach der Natur gemalten Blumen und Thiere.,

Er verfertigte Blumenstücke, welche v. Huysum und Monnoyer kaum besser geliefert haben würden.

Byss verewigte noch sein Andenken durch eine 1719 in Folio zu Bamberg herausgegebene Beschreibung der Gemäldegalerie zu Pom- mersfelden, welche jedoch wegen unrichtiger Angabe mehrerer Co- pien als Originalien grösstentheils unterdrückt und dadurch selten gemacht wurde. Sie ist 1774 zu Ansbach mit allen Fehlern nach- gedruckt.

Mehreres über diesen Künstler s. Jäk’s Pantheon der Künstler Bambergs.

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