Brachte. Merkwürdige Freskogemälde sind seine Himmelfahrt und Vermählung Mariä in St. Bernardino zu Siena , mit kleinen allerliebsten Gradino-Bildern. Wunderschön ist seine heil. Familie im Stil Rafaels an dem Hause Marsigli; jetzt Eigenthum Sr. Majestät des Königs Ludwig von Bayern. In der Gallerie Borghese zu Rom ist von ihm eine nackte Frauengestalt , von höchster Schönheit und Adel der Formen.
Vasari scheint ihm die Fußboden-Verzierungen im Dome zu Siena zuzueignen, während andere sie nur nach dessen Zeichnungen dem Bernardino di Giacomo und Pellegrino di Pietro (1546 und 47), dann (1531) dem Giacomo di Pietro Gallo und Giovanni d’Antonio Marinelli und einigen andern unbekannten Meistern zuschreiben. Freiherr von Rumohr hält es für sehr wahrscheinlich, dass die Ausführungen des Opfers Isaak’s und Moses Wassererweckung Beccafumis Werk seien. Er fügte die verschiedenen farbigen Marmore so künstlich und genau zusammen, dass man fast nirgends, und nur mit Mühe, eine Spur des Ansatzes gewahrte. Dies veranlasste bald die irrige Meinung, Domenico habe sich des durchaus weißen Marmors bedient, und die verschiedenen Töne dann künstlich hineingeätzt. Allein diese Methode ist von späterer Erfindung und gehört dem Michelangelo Vanni an.
Von Beccafumi sind auch die lieblichen in Erz gegossenen Engelgestalten an den sechs dem Hochaltar zunächst stehenden Säulen. Sie sind nicht gar lebensgross, voll Natur und Anmut. Das Haus Spannachi besitzt die Cartone zu einem Theile des Fußbodens.
Die letzten Jahre seines Lebens soll sich Beccafumi neben dem Rotgusse auch der Holzschneidekunst gewidmet haben; allein es ist sehr zweifelhaft, ob er selbst in Holz geschnitten, doch haben andere und sehr berühmte Künstler nach seinen Werken Holzschnitte in Helldunkel geliefert.
Die Blätter, welche einige dem Beccafumi zuschreiben, die ihm vielleicht nicht alle einmal der Erfindung nach angehören, sind:
Die Anbetung der Hirten; H. 11 Z. 4 L., Br. 8 Z. 5 L. Die Platte wurde später schlecht retouchirt, man erkennt aber die Abdrücke von derselben an den horizontalen Strichen, welche die rechte Brust des heil. Joseph bedecken. In den ersten Abdrücken fehlen diese.
Der kleine Jesus im Tempel unter den Schriftgelehrten; H. 11 Z. 5 L., Br. 8 Z. 3 L. Durand 40 Fr. Zwei Meergötter; H. 6 Z. 3 L., Br. 14 Z. 9 L. Durand 100 Fr. Der profanirte Parnass, ein freies Stück, wo Männer den Musen Gewalt anthun; H. 13 Z., Br. 18 Z. 7 L.
Man hat von diesem Blatte zweierlei Abdrücke; in den ersten sehr seltenen sind die Genitalien der sechs Figuren, welche in Bäume verwandelt werden, deutlich ausgedrückt, in den zweiten aber in Schatten gestellt und unbestimmt.
Die Weinlese; H. 11 Z. 6 L., Br. 21 Z. 7 L. Durand 80 Fr.
Vasari sagt, dass Beccafumi zwei akademische Figuren geschnitten habe, die auch unter dem Namen „Deukalion“ bekannt sind, nach dem Gemälde des Künstlers im Hause Agostini zu Siena. Brulliot dict. des monogr. II. No. 901. hält diese Nachricht für ungegründet und den Stich in späterer Zeit entstanden. Das Blatt ist in 4., und wurde bei Spekter mit 8 Rthlr. 4 Gr. bezahlt.
Von Blättern in Helldunkel, welche nach diesem Künstler gefertigt wurden, erwähnen wir:
va auf den Knien bedeckt ihre Blösse mit Feigenblättern, Me-
carino Inventore. And®-. Intagliatre. Mant®"°® MDLXXXYVI, H. 17 Z., Br. 11 Z. 8 L.
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