Bodumont, Franz Anton

Bodumont, Franz Anton, Historienmaler von Brüssel , Schüler von Faelink. Dieser geschickte Künstler erhielt 1823 das Accessit bei der Akademie der Künste mit seinem Gemälde , welches Orestes und Pylades vorstellt. Bei demselben Concurse gewann auch sein halblebensgrosser Oedipus das Accessit. Von dieser Zeit an lieferte er mehrere preiswürdige Arbeiten, die in Historien und Genrebil- dern bestehen, und auch im Portraite leistet er Treffliches.

Böblinger, Matthäus, oder Matthäus Sommermann, ein berühmter Baumeister von Esslingen oder Boeblingen , übernahm nach dem (1463) erfolgten Ableben Ensinger’s die Fortsetzung des Baues am Münster zu Ulm , und stand mehrere Jahre dem Werke vor. Als im Jahre 1402 an einem Sonntage während des Gottes- dienstes zwei oder drei grosse Steine aus dem hohen Thurmgewölbe des Münsters fielen, und man den Einsturz des Thurmes, der be- reits zu einer Höhe von 237 Fuss gediehen war, befürchtete, musste Matthäus Boeblinger aus Ulm fliehen, um nicht der Rache des Volkes ausgesetzt zu sein. Der ehrsame Rath verbannte den Mei- ster auf ewig aus Stadt und Land, gab ihm aber seine Verpflichtung, der Stadt Werkmann zu seyn, nicht zurück, welches ihn hinderte, anderswo Dienste zu nehmen. Desswegen bittet Graf Eberhard der ältere von Würtemberg, dem der Künstler schon früher Dienste geleistet hatte, demselben die Verpflichtung heraus- zugeben, was endlich auf zweimaliges Ansuchen am Montag nach Bartholomäi 1404 erfolgte. Doch musste Boeblinger für sein gan- zes Leben aus der Stadt und Herrschaft zu bleiben schwören und dabei geloben, diejenigen, an welche er des Pfarrkirchenbaues we-

en einen Anspruch zu haben vermeine, vor Stadtammann und

ericht im Ulm bleiben zu lassen, und nicht vor ein auswärtiges Gericht zu ziehen.

Matthäus Boeblinger hat auch den ehemaligen Oelberg in Ulm

estiftet, und 1474 dazu selbst mehrere Steine gehauen, wie aus

er Beischrift des noch vorhandenen Grundrisses des Oelberges erhellet. Dieser Oelberg hat durch den Zwinglianismus viel ge?it-* ten (s. Meister Mühlen), aber erst 1807 wurde er gänzlich nmieder-

gerissen. In der Furtenbachischen Kunstkammer befand sich eine auf Pergament gerissene Abbildung des Oelberges, wie er 1517 noch ganz war, und eine andere sieht man auf einem Kupferstich des Münsters, von Jakob Geiger und Johann Frank 1650 verfertigt. Boeblinger ist auch der Erbauer der Frauenkirche zu Ess- lingen, die schon öfter der Vorwurf für Künstler und Zeichner gewesen ist. (S. die Abbildung in D. Quaglio’s Sammlung merk- würdiger Gebäude etc.). Der Künstler liegt auch hier begraben, wie der Stein zunächst dem Eingange der Wendeltreppe, die auf den Thurm führt, beweist. Hier liest man den Namen Boeblin- ger, und nebst der Jahrzahl 1505 ist auch das Winkelmass ange- bracht. Der berühmte Meister muss also bis zum bezeichneten Jahre seine Kunst geübt haben, und vielleicht schloss er die Bahn mit dem Baue der Frauenkirche.

Esslingen hatte noch ein anderes architektonisches Werk von Boeblinger, das aber leider nicht mehr steht. Es war dieses die Spitalkirche, die er 1482 in Accord nahm, also neben seinen Arbeiten am Münster zu Ulm. Dieser Bau soll zwar die Geldarmuth seiner Zeit, doch auch in der Construktion der Gewölbe und Nebenpfeiler die Hand des Meisters verrathen haben. Auch in Frankfurt am Main muss der Künstler gearbeitet haben, denn sei- ner wird in der Baurechnung des Pfarrkirchthums 1483 erwähnt.

In der bezeichneten Frauenkirche liest man am Fusse eines klei- nen hölzernen Marienbildes an der linken Säule beim vordern Haupt- eingang folgende Inschrift: „Hie liegt begraben Hans Boeblinger, Meister des Hus des gedenkendt durch Got.” Die Schriftzüge ge- hören der Mitte des 15. Jahrhunderts an, und so dürfte dieser Hans der Vater unsers Künstlers, seyn, da nach dem Jahre 1505, dem Todesjahre unsers Matthäns, an der Frauenkirche sicher nichts mehr zu bauen war, denn sie gehört ganz dem Baustyl dieses Jahr- hunderts an. Indessen könnte Hans den Bau begonnen haben.

Die Boeblinger haben wahrscheinlich auch in Stuttgart gearbei- tet. In der dortigen Hospitalkirche verdienen die Schnitzwerke an den Stühlen unsere Beachtung. An einem derselben im Chore liest man: „1400 hat Hanns Ernst von Boeblingen diss Werk gemacht.“ Ob bei Hans Ernst von Boeblingen die letzte Bezeichnung nur sei- nen Geburtsort (Boeblingen bei Stuttgart), dagegen bei Hans und Matthäus zu Esslingen der Name Boeblinger den Familiennamen be- zeichnete, oder ob beide zu einer Familie gehörten, lässt sich nicht wohl entscheiden. Vgl. Weyermann im Kunstblatte 1831 und Jäger im bezeichneten Kunstjournal 1829 und 183.

Böck, Elias. S. Baeck.

BÖCKEL, Georg Andreas, ein geschickter Civil- und Kriegs- baumeister zu Frankfurt am Main um 1660. Er gab eine Architectura curiosa in 4 Theilen, und ein Theatrum machinarum her- aus, übersetzte auch den Palladio u. A. Bosse’s Radierkunst.

Böckli, auch Boeckley und Beckley, Wilhelm Ludwig, ein zu seiner Zeit sehr geachteter Maler zu Berlin. Er malte Por- traite und einige Modestücke, die geschätzt, und von denen ei- nige der ersteren auch in Kupfer gestochen wurden.

Dieser Künstler starb 1774 im 63. Jahre.

Böckli, Johann Christoph, Maler und Kupferstecher von Augs- burg, der aber zwischen 1680 und 1704 zu Leipzig seine Kunst übte, doch nur mit geringem Erfolge. Er stach eine beträchtliche

Anzahl Porträite berühmter und dunkler Männer, deren Heinecke viele verzeichnet.

Böcklin, Johann, ein Kupferstecher, der zu Anfang des vorigen Jahrhunderts zu Berlin lebte. Nach Nicolai, Nachrichten von Künstlern etc. S. 73, hat dieser Künstler viel gestochen, neben an- dern den Aufriss des Chors in der Charlottenburger Kapelle in Fol.

Böheim, Hans, der ältere, Steinmetz auf der Peinth (Bauhof);, einer der vorzüglichsten Baumeister in Nürnberg, dessen Ruhm sich auch in die benachbarten Städte verbreitete. Er wurde 1516 und 1518 nach Bamberg zu einem Brückenbau berufen. Wahr- scheinlich sind die meisten öffentlichen Gebäude von 1400 — 1530 unter seiner Leitung aufgeführt worden. Er starb 1538 den 27. Au- gust. Nach seinem Bildnisse mit der Umschrift: Hans Böheim der Ältere starb in Nürnberg Anno 1531, wäre sein Todesjahr früher zu setzen. Mit der ersten Angabe stimmen jedoch mehrere Handschrif- ten überein.

Böheim, Hans, der Jüngere, Steinmetz, Sohn des obigen, ein berühmter Baumeister zu Nürnberg. Von ihm ist der Kanzleizwinger erbaut. Nach der Schrift auf seinem Bildnisse zu urteilen, starb er 1563.

Böheim, Paulus, Steinmetz auf der Peinth zu Nürnberg, Sohn Hans Böheim des älteren, von welchem er die Kunst erlernte. Er bereiste auch fremde Länder, und erlangte großen Ruhm. Die Kirche St. Rochus war sein Meisterstück, wo er 1561 zwei und vierzig Jahre darnach auf dem Kirchhofe seine Ruhestätte fand. Man hat von diesem Künstler ein Bildnis.

Böheim (Behem), Bernhard, Medailleur, zu Nürnberg 1435 ge- boren. Er widmete sich frühzeitig der Graveurkunst, und wurde späterhin Münzmeister des Landesfürsten Sigmund von Tirol. Die- ser Fürst ließ mit großem Ruhme, worin er die übrigen Fürsten und Stände des deutschen Reiches sowohl, als auch einige Beherr- scher anderer Länder zu Nachahmern hatte, die ersten großen Münz- stücke von Silber, oder doppelte Guldengroschen, fortan Thaler genannt, prägen. Bernhard Behem war der Münzmeister, des- sen Talent und Fleiß so schöne Münzen von Deutschland, und ein so rühmliches Beispiel für die kommenden Münzer gäbe. Die mit dem Bildnisse des Landesfürsten versehenen ältesten Silber- stücke sind von 1484, und bis auf dieses Jahr gab es nur schlechte Scheidemünzen oder Pfenninge. Zwar stand er noch nicht vollen- det als Künstler, und fühlte selbst auch noch manche Mängel; aber er brach die Bahn zur schöneren Gravur, und sein Verdienst erwarb sich alle Anerkennung. Nach Sigmund nahm ihn Maximilia- n I. von Tirol zum ordentlichen Münzmeister von Österreich und Tirol auf; aber er blieb für beständig an der Münzstätte zu Hall in Tirol, und starb daselbst am 2. Septbr. 1507 unter Heran- bildung seines Sohnes gleiches Namens zum nämlichen Fache.

Böheim (Behem), Bernhard, Stempelschneider, ein Sohn des obigen, erhielt die nämliche Stelle 1511 als Münzmeister von Hall und stand ihr mit voller Zufriedenheit vor; aber er wurde später Kamergf. bei König Ludwig von Ungarn, und starb 1547 auf seiner Herrschaft zu Langenfeld in Österreich, mit Hinterlas- sung eines seiner Söhne zum Nachfolger in seinem Amte.

Böheim (Behem), Johann, der Ältere, Sohn des obigen, folgte seinerseits als Münzmeister von Hall, und blieb bis 1553 in dieser Würde.

Böheim, Sebald, auch Pehem, Behem, Beham, ein Stuck- giesser zu Nürnberg, goss 1505 eine sehr große Kanone, von bei- mäher 100 Zt., die Eule genannt.

Böhli, Johann Gottlieb, Landschaftsmaler bei der k. Porzellan- manufaktur zu Meissen, wurde 1784 zu Gauernitz bei Dresden geboren. Er gehört zu den guten Künstlern seines Faches.

Böhm (Behm auch Bhem), Georg, ein niederländischer Ge- schichtsmaler, Zeitgenosse von Ch. de Passe, der, so wie L. Ki- lian u. a. nach ihm gearbeitet hat. Er blühte um 1650.

Böhm, Amadeus Wenzel, Kupferstecher, geb. zu Prag 1769 (nach andern 1771), gest. zu Leipzig 1823 als Mitglied der Aka- demie der Künste.

Er kam unter ungünstigen Jugendverhältnissen nach Wien, hatte aber dort das Glück, die Bekanntschaft des rühmlich bekannten Kupferstechers Kohl zu machen, unter dessen Leitung sich Böhm bald so ausbildete, dass er diesem würdigen Künstler als Gehülfe zur Seite stehen konnte. Er stach mehrere Platten zu Spallard’s Costumen und erhielt später durch den Hofkupferstecher Schulz in Dresden mehrere Aufträge für Becker’s Antiken-Werk, worin sich jedoch nur 3 Bl. von ihm befinden. Zu dieser Zeit stach er auch sein vorzügliches Blatt, den Paulus, nach Sreta, in der Dresdner Gallerie. Im Jahre 1797 reiste er nach Leipzig, wo er zuerst nach H. V. Schnorr’s Zeichnung das Titelkupfer zur Pfarrerstochter zu Taubenheim stach, ein in guten Abdrücken äusserst seltenes Blatt. Vorzüglich sind auch seine Porträts des Königs und der Königin von Dänemark, nach Gröger’s Gemälden. Böhm musste leider sein Talent an Buchhändlerarbeiten verschwenden. Seine Werke belaufen sich auf 200 Stücke, welche Taschenbücher (die Minerva, Taschenbuch zum geselligen Vergnügen u.a.) zieren. Zwei herrliche Blätter sind die Titelkupfer zur Göschen’schen Prachtausgabe des Griesbachischen neuen Testaments, und außer den oben angeführten noch die Ma- donna, nach Guido Reni, und das Portrait Klopstock’s. Böhm war ein guter Zeichner, und brachte die Badiernaäel mit dem Grab- stichel in eine glückliche Verbindung. Übendiss war er ein Mann von gediegenem, streng-rechtlichem Charakter und eines der wür- digsten Mitglieder der Akademie.

Böhm, Johann Daniel, ein berühmter Bildhauer und Medailleur, geb. zu Wallendorf in Ungarn 1704, widmete sich anfangs dem aufmannsstande, fand sich aber 1814 zu höherem Zwecke getrie- ben, und fing an, fleissig zu zeichnen, zu modelliren, und nach- dem er nur kurzen und unzureichenden Unterricht von Cervara ge- nossen, erhaben und vertieft in Stein, in Holz, in Rellheimer Marinor und in Halbedelsteine zu schneiden. Im Winter des Jah- res 1821–22 ging Böhm nach Italien, hielt sich in Florenz und Rom auf, und erhielt von Canova und Thorwaldsen unzweideutige Beweise der Achtung. Denn jedes der Werke dieses genialen Künst- lers steht in eigenthümlich treufließiger Vollendung da, in jener zarten, kraftvollen Bestimmtheit, welche nur dann erreicht werden kann, wenn die Masse selbst Geist wird. Seine Werke athmen daher auch warmes Leben. Alle diese Vortrefflichkeit erlangte er nur durch eigene Kraft, er musste sich in der so schweren Kunst

selbst leiten, belehren, Bahn brechen und bei den verschiedenartigsten Arbeiten mühsam streben. Nur sein Genie war sein Meister, auf dessen Schwingen er sich zu einer Höhe der Kunst erhob, die ihm seinen Platz neben den gereiften Meistern anweist.

Das erste Werk, welches die Aufmerksamkeit auf den Künstler zog, war ein Faun aus dem Zuge des Bacchus, für den Fürsten von Metternich, und ferner zeichneten sich aus: Amor der Löwenbändiger und ein Adlerkopf für H. Hebenstreit; eine antike Tänzerin für den Grafen Lamberg, seinen besonderen Gönner; ein großer Römerkopf für H. Neuling; ein Tafelaufsatz als Modell eines großen öffentlichen Brunnens in Perugia, ein treffliches Werk, das überdies eines der herrlichsten Kunstdenkmäler des Mittelalters darstellt; mehrere Standbilder der vorzüglichsten Fürsten des Erzhauses Österreich, welche Erzherzog Johann für die Kapelle des Brandhofes bei Mariazell fertigen ließ. Höchst meisterhaft sind auch seine Bildnisse und Basreliefs. Besonders zu rühmen sind das Bildnis des Grafen von Hohenwart, Erzbischofs von Wien, in Carrarischem Marmor und andere, welche der Künstler in neuerer Zeit in Rom fertigte, wie das Portrait des Papstes, des Grafen Lützow, des Cardinals Consalvi, der schönen Albaneserin Vittoria etc. In Rom kopierte Böhm auch die Gypsabgüsse der Elginischen Marmore, die dem Papste zum Geschenke gemacht wurden, eine Gruppe des siegenden Centaur von den Metopen des Parthenon. Aus dem Panathenäischen Festzug kopierte und ergänzte er 14 der schönsten Tafeln.

Böhm’s erste Arbeit in der Stempelschneidekunst war der ausdrucksvolle Kopf des k. k. Hofschauspielers Koch. An diese Arbeit reiht sich zunächst die Preismedaille mit dem treuen Abbild des Botanikers Jacquin. Von nicht minderer Vortrefflichkeit ist die Medaille für die Agrar-Gesellschaft, so wie auch die Preismedaille zur Förderung der Obstbaumzucht in Steiermark. Eine kleine Medaille mit dem trefflich gelungenen Bildnis des höchsten Kaisers nimmt gleichfalls, auch durch die schöne Victoria auf der Rückseite, unsere Teilnahme in Anspruch. Höchst geschmackvoll und schön sind die Bildnisse der Denkmünzen auf die Sängerin Fodor, auf Lablache, auf die berühmte Catalani und den Historienmaler David. Meisterhaft ist auch die Denkmünze auf den Fürsten Schwarzenberg u. a.

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