Bodemer, Jakob, Emailleur , geb. zu Nötingen bei Karlsruhe 1777, gest. zu Wien 1824. Er erhielt den ersten Unterricht von dem Fabriksmaler Capan zu Böhrzheim, ging von da nach Genf , arbeitete da sechs Monate als Portraitmaler, und kam endlich 1799 nach Wien. Hier besuchte er die k. k. Kunst-Akademie, wo er sich unter den Professoren Maurer, Füger und Lampi im Zeichnen und Malen ausbildete, sich aber vorzüglich auf die Portraitmalerei verlegte.
Um die Werke seines Fleisses auch für die Nachwelt zu erhalten, bot er alles auf, den die Emailmalerei vor zufälligen Beschädigungen schützenden, glasartigen Überzug, der in Genf als Fabriks-Geheimnis behandelt wird, zu erfinden. Durch viele Versuche ist es ihm endlich gelungen, nicht nur Selbst-Erfinder dieses Überzuges (Fonda); sondern auch Verfertiger sämmtlicher, zur Ausübung seiner Kunst nötiger Farben zu sein, so dass er durch die Kenntnis des Einflusses des Überzuges auf den Farbenwechsel die Schönheit und den Ton der Farben genau zu bestimmen wusste. Durch diese Behandlung übertreffen die Arbeiten Bodemer’s bei weiten die seiner Vorgänger. Sie haben wahrhaften Ausdruck und kräftige Farben. Zufällige äußere Verletzungen können auf eine sehr einfache Art wegpoliert werden, ohne befürchten zu müssen, die Farben zu berühren, was der erwähnte Überzug verhindert.
Bodemer’s Gemälde wurden sehr geschätzt und gesucht. In Wien besitzen die Allerhöchsten und höchsten Herrschaften Gemälde von
Ihm. Eines seiner größten ist: Maria mit dem Jesuskinde, 8 Z. hoch, 61 Z. breit, für weiland den Fürsten Sinzendorf gemalt; von bedeutender Größe ist auch das Portrait der Kaiserin Karolina, und eines der besten Stücke: die betende Madonna, nach Holbein, 3 Z. hoch, 2} Z. breit, für den Grafen Czernin gefertigt. Ein liebliches Gemälde von bedeutender Größe ist sein Amor nach Paul Veronese, das sich neben andern noch 1824 im Nachlass des Künstlers befand. Alle zeugen von Bodemer’s Meisterhand.
B. v. Hormayr’s Archiv 1824. No. 118.
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