Boccaccino, Camillo, Maler, Sohn und Schüler des vorigen, geb. , gest. 1546, das grösste Genie der Cremoneser Schule. In den alten Grundsätzen des Vaters unterrichtet, bildete er sich noch sehr jung einen dergestalt aus Zierlichkeit und Stärke gemischten Styl, dass man nicht weiss, in welcher von beiden Eigenschaften er vor- züglicher war. Lomazzo nennt ihn scharf in Zeichnung, einen sehr grossen Coloristen und stellt ihn als Muster auf in den mit Anmuth aufgetragenen Lichtern, in der Lieblichkeit der Be- handlung und in der Gewandung neben Leonardo, Correggio, Gau- denzio und die ersten Maler der Welt. In den Kirchen von Cremona sind Arbeiten von Camillo. Die vorzüglichsten Stücke in der Sigmundskirche sind die vier Evangelisten in der Kuppel. Be- sonders ist der heil. Johannes eine in Zeichnung, wie in Perspek- tive höchst berühmte Figur. Berühmt sind auch in und, ausser Cremona die beiden Seitenbilder: die Auferstehung des Lazarus und die Ehebrecherin vor Christo , geschmückt mit anmuthig an- Verzierungen und einer Engelschaar, die zu leben scheint. Die Figuren sind alle so gestellt, dass man nicht Ein Auge sieht. Seine Gemälde an den Giebelseiten der Häuser sind zu Grunde gezogen, nur die sehr schönen Bilder des Cistello und des heil. Bartholomäus sind auf dem Freiplatze noch vorhanden. In der florentinischen Gallerie ist sein eigenhändig gemältes Bildnis.
Boccaccino hatte auch einen Sohn, der bei G. Campi die Male- rei erlernte, aber wenig bekannt ist. Man schreibt ihm das Abend- mal in dem Refectorium des Klosters S. Sigmund zu Cremona zu.
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