Boccaccino, Boccaccio. — Boccaccino

Boccaccino, Boccaccio. — Boccaccino, Francesco. 547

bevor dieser im Jahre 1500 nach Rom ging. Sein Stil ist zum Theil eigenthümlich, zum Theil dem des Perugino ähnlich, daher die Meinung nicht unwahrscheinlich ist, dass Boccaccino entweder ein Schüler , oder doch ein sehr treuer Nachahmer dieses Meisters gewesen ist. Della Valle glaubt, dass er den Perugino übertroffen, nach Lanzi (II. 347 d. Ausg.) aber ist er minder geordnet in der Composition, in den Gesichtern minder lieblich, im Helldunkel minder stark, aber reicher in den Trachten, mannigfaltiger in den Farben, munterer in Gebärden und vielleicht nicht minder harmo- nisch und reizend in Landschaft und Bauwerk. Missfällig sind manche Figuren, die in das Rohe fallen, weil sie mit Gewand überladen und nicht schlank genug sind.

Vasari sagt, Boccaccino sei in Rom gewesen und habe dort ge- arbeitet, die Werke des Mich. Angelo aber verachtet, eine Erzäh- lung, die vielleicht ganz fabelhaft ist. — Von Boccaccino sind am Aries des Domes zu Cremona die Geburt U. L. F. und andere Scenen aus ihrem und ihres göttlichen Sohnes Leben. Neben der Geburt der heil. Jungfrau rühmt man auch den Christus unter den Kirchenlehrern von . Seine Madonna in S. Vincenzo, nebst dem Kirchenheiligen und Antonius, ist, so wie einige andere seiner Bilder, im Geschmacke des Perugino gemalt. Bei der Familie Beltrami zu Cremona befindet sich noch eine Tafel, bezeichnet: Boccaccinus de Boccacciis P, . Sie scheint in Tempera ge- malt zu sein.

Boccaccino malte schon 1496, und starb nach Vasari um 1540 im 68. Jahre. In den letzten Jahren seines Lebens scheint er nicht mehr gearbeitet zu haben, denn man kennt bisher kein älteres Ge- mälde, als das von 1518.

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