Blond, Jacob Christoph le, Maler und Kupferstecher , geb. zu Frankfurt 1670, gest. zu Paris 1741. Er soll ein Verwandter des Michael Le Blond und der berühmten Sibylla Merian gewesen seyn, die Kunst aber erlernte er bei C. Meyer in Zürich und zu Paris bei A. Bosse. Später ging er nach Rom , um sich unter C. Maratti und nach den besten Meistern in der Malerei auszubilden, und dieses muss in den Jahren 1606 und gewesen seyn, denn zu dieser Zeit erscheint er als Maler bei der kais. Gesandtschaft des Grafen von Martinitz. In der Folge ging er mit dem Maler Bonaventura Overhbeck nach Amsterdam , und hier malte er beson- ders Portraite in Miniatur , die an Lebhaftigkeit des Colorits den in Oel gemalten glichen, und nur Schwäche der Augen veranlasste ihn, in späteren Jahren Cabinetsstücke in Oel zu malen.
Le Blond hielt sich auch mehrere Jahre in England auf, und hier suchte er besonders eine neue Erfindung in’s Werk zu bringen, in welcher er schon 1720 in Amsterdam glückliche Versuche gemacht hatte. Es ist dieses die Art und Weise, Historien und Portraite auf blaues Pa- pier oder auf Leinwand in Farben abzudrucken. Er fand in Lon- don Unterstützung zur Ausführung eines größeren Planes, allein durch üble Wirthschaft schlug die Unternehmung fehl, und die Produkte fielen immer schlechter aus. Kurz darauf errichtete er in London eine Tapetenfabrik, aber die außerordentlichen Ausga- ben zogen den Einfluss der Unternehmer herbei. Da er nun seine Hoffnungen vereitelt sah, ging er nach Frankreich, um auch hier seinen Unternehmungen Eingang zu verschaffen. Er erhielt auch wirklich ein königliches Privilegium, und bildete verschiedene Schüler, die jedoch in ihren Leistungen unter den Verdiensten ihres berühmten Lehrers blieben. Allein auch letzterer war in Paris nicht glücklicher, als in London, und so endete er das Leben im Hospital.
Le Blond gab 1722 in London ein Werk in englischer und französischer Sprache heraus, das jetzt sehr selten ist. Es hat den Titel: Il colorito, ou l’harmonie du Colorit dans la peinture, re- duite à des principes infaillibles et à pratique mécanique, avec des figures pour en faciliter l’intelligence, Par J. C. Le Blond. Im Jahre 1750 erschien zu Paris eine neue Auflage, unter dem Titel: L’art d’imprimer les tableaux, von Le Blond’s Schüler, Gautier de Mont- dorge, besorgt. Die beste Belehrung über diese neue Erfindung findet man in Bosse’s L’art de graver, in der von Cochin besorgten Ausgabe, und andere interessante Nachrichten über den Künstler in den Oeuvres posthumes de Sylvan Railly S. 30. Dieser sagt, dass Le Blond in Paris seinen Tod gefunden habe, andere aber lassen ihn in London sterben.
Das sehr seltene Werk dieses Künstlers besteht nach einigen auf 28 Stücken, nach Hüsgen aber enthält es 33 Blätter, die sehr ge- sucht und geschätzt werden. Ein Blumenstück mit Insekten, in Farben abgedruckt, H. 16 Z. 6 L., Br. 10 Z. 8 L., galt bei Brandes 3 Thl. Sehr gesucht ist die Ansicht vom Mäusethurm, Diameter 8 Z. 9 L., ebenfalls in Farben.
Noch erwähnen wir:
Das Portrait Georg II. und jenes seiner Gemahlin; gr. Fol.
Die drei Kinder Karl I.; gr. Bl. in die Breite.
Carondelet, nach Rafael, gr. Fol.
Das Bildnis Rubens, nach Van Dyck; Fol.
Das Portrait eines Venetianers, nach Titian, wie das obige im natürlichen Grössen.
St. Agnes und St. Cäcilia, nach Dominichino; 2 gr. Bl.
Die Ruhe in Ägypten, nach Titian; gr. qu. Fol.
Die nackte Venus, nach Titian; gr. qu. Fol.
Der Triumph der Galathea, nach C. Maratti; gr. Fol. Cupido, nach Correggio; gr. Bl.
Der keusche Joseph, nach C. Cignani; gr. Bl. Christus am Ölberge, angeblich nach Carracci; gr. Bl. Die Grablegung, nach Titian; gr. Bl.
Magdalena mit den Todtenköpfen, nach einem unbekannten Meister; gr. Bl. Es gibt davon auch Abdrücke auf Velinpapier. Maria mit gefalteten Händen im Schoß, nach einem ungenannten Meister; gr. Bl. Johannes liebkoset das Jesuskind, nach Van Dyck; gr. Bl. Eugen von Savoyen, 1710 zu Amsterdam gestochen; gr. Bl. Bildnis Ludwig XV. von Frankreich, zu Paris gestochen; gr. Bl. Portrait des Cardinals Fleury, zu Paris gestochen; gr. Bl. Das Bildnis Van Dycks; gr. Bl.
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