Bloemaert malte, Porträts ausgenommen

Bloemaert malte, Porträts ausgenommen, in jeder Art von Malerei ; er bewegte sich im Gebiete der Geschichte und der Mythologie, malte tierische Gestalten und Landschaften, die als vorzüglich schön gerühmt werden. Allein Bloemaert verband kein gründliches Studium der Natur mit dem der Antike, auch wählte er nicht immer Meisterstücke, welche den Geschmack bilden konnten.

ten. Er wurde manierirt, obwohl nicht in dem Grade wie Golzius, Doch gefällt er durch eine gewisse Grazie und durch sein ange- nehmes Colorit, welches einige Zeichnungsfehler vergessen machen könnte; auch in der Behandlung des Helldunkels ist er trefflich.

Von diesem Künstler finden sich noch mehrere Gemälde. In der k. k. Gallerie zu Wien eine Anbetung der Weisen in grosser Aus- dehnung, in der k. Pinakothek zu München Diogenes mit dem

erupften Hahn, und auch zu Schleissheim, Berlin , Braunschweig ,

Lorenz und in andern Sammlungen sind Bilder von Abraham Bloemaert.

Er zeichnete sich auch als Kupferstecher aus, und radirte mit leichter Nadel verschiedene Stücke, in denen er die Federzeichnung nachahmte. Huber erwähnt V. 218 folgende Blätter:

St. Johannes mit dem Lamme, 4.

Die büssende Magdalena, nach Callot, 4.

Der reuige Petrus, 4.

Die heil. Familie, wo Maria dem Jesuskinde die Brust reicht,

  1. Harterus exc., kl. qu. Fol. ®

Der personificirte Stolz unter der Gestalt der Juno, kl. 4.

Vier Landschaften mit Hütten, Figuren und Thieren, qu.

Zani Enc. method, V. 43 legt ihm auch ein gestochenes Blatt bei, welches die heilige Jungfrau und Joseph vorstellt, wie sie das neugeborne Kind den Hirten zeigen, nach Golzius. Man weiss nicht, ob Abraham wirklich gestochen hat.

Sehr schätzbar sind die Blätter in Helldunkel, welche dieser Künstler gefertiget. Er entfernte sich von der gewöhnlichen Art, indem er die Umrisse ätzte, und die Schatten in Holzstöcke schnitt. Besonders schön sind:

Moses und Aaron, zwei Blätter, die jeden Kenner befriedigen;

Fol. Trefflich sind auch die

Brustbilder von Joseph und Maria, 2 Bl. in klein 4

Magdalena vor einem Crucifixe kniend, 8.

Der Apostel Simon, nach Parmesano, 4.

St. Hieronymus in einem Buche lesend, 8.; bezeichnet: A. Blo.

Ein nacktes Kind, nach Titian, 8.

Eine verschleierte Frau, nach Parmesano, 8.

Ein Elephant, meisterhaft colorirt, wird dem A. Bloemaert zuge- schrieben; Fol.

Die Blätter dieses Künstlers sind auch mit einem Monogramme bezeichnet.

Von Abraham Bloemaert finden sich ebenfalls noch Zeichnungen, die geschätzt werden. Bei Weigel ist eine berühmte und Capital- zeichnung mit den vier Kirchenvätern, in Bister, weiss geh. auf braun Papier, um 18 Thlr. ausgeboten, mit dem Stiche des Cornelius Bloemaert nach derselben. Fünf Blätter Studien von Bischöfen, in Rothstein und lavirt, auch weiss geh. sollen daselbst 2 Thlr. 8 Gr. gelten.

i Bloemaert, Cornelius, Sohn des obigen, Kupferstecher, geb. zu Utrecht 1603, gest. zu Rom 1680, Schüler seines Vaters und von Crispin de Passe. Er widmete sich anfangs der Malerei, ver- liess sie aber ganz, um sich auf das Stechen zu verlegen, worin er den Geschmack der Golzischen Schule verläugnete und zum grossen Künstler reifte.

Er stach zuerst nach den Compositionen seines Vaters, begab sich 1630 nach Paris, wo er sich durch seine Stiche nach den Mälden für die Sammlung des Temple des Muses auszeichnete. Von da lezszab er sich nach Rom, wo er sich niederließ. — Watelet

Bloemaert, Cornelius.

beurtheilt diesen Künstler, der in der Geschichte der Stecherkunst Aufsehen macht, umständlich und mit Einsicht. „Cornelius“ sagt er, zeichnete sich durch die Schönheit des Grabstichels aus, durch eine Geschicklichkeit, die bisher noch unbekannt war; einen sanf- ten Uebergang vom Licht zum Schatten, und durch eine Verschie- denheit der Töne nach der Abweichung der Gründe; aber er wech- selte nicht mit der nämlichen Kunst seine Schraffirungen nach der Verschiedenheit der Gegenstände ab. Sein Korn, das sich immer dem Vierecke nähert, ist durchsichtig und verschmolzen, es ist schön am rechten Orte angebracht, schickt sich aber nicht für alle Gegenstände. Man kann an ihm auch eine herrschende Weich- heit tadeln, die meistens der Mangel des wahren Charakters der einzelnen Theile verursacht; dieser Mangel zeigt sich vorzüglich in seinen Gewändern, und er hat ihn noch vermehrt durch seine Gewohnheit, die einmal angenommene Ordnung der Schraffirungen nie zu verlassen, davon er doch hätte abgehen sollen, sobald der Faltenwurf es forderte. Die langen und geraden Falten müssen mit Strichen behandelt werden, die nach der Länge derselben fort- gehen. Dieses Verfahren, welches dem Stiche eine grosse Festig- keit gibt, findet man keineswegs in den Werken von Bloemaert; er suchte nur das Verblasene, welches immer an Weichheit gränzt. Diese nämliche Weichheit findet sich auch in seinem Zuge, der sich mehr der Zirkellinie als der flachgebogenen nähert. Bei die- sem Fehler war er geschickter, weibliche Figuren als männliche zu behandeln. Er hat viel nach Pietro da Cortona gestochen und seine Manier stimmte sehr gut zu der dieses Meisters. Es würde unbillig seyn, seinen Werken eine grosse Achtung zu versagen; aber gefährlich würde es seyn, sie blindlings nachzuahmen, und man muss billig der Kunst des Aug. Carracci, was die Anlage der Striche betrifft, den Vorzug geben; indess ist doch B. der erste Stecher, der einen Kupferstich auszuführen verstand; man konnte vor ihm zwar sehr gut eine Zeichnung in Kupfer bringen, aber er ist der erste, der ein Geniälde im Stiche wohl vorzutragen wusste. Obgleich im Ganzen sein Stich etwas kalt ist, so wusste er doch, wenn er nach kräftigen Coloristen arbeitete, durch den Ton Wärme hineinzubringen, davon gibt er ein Beispiel in seinem Blatte nach Guercino: „die Erweckung der Tabitha durch den heil. Petrus.“ Die Manier von Bloemaert fand zu Paris viel Beifall, und die Franzosen haben diesem Künstler den schönen Grabstichel zu ver- danken, der ihrer Schule eigen ist, so dass man mehrere geschickte Stecher, wie Carl Audran, Stephan Baudet, Stephan Picart, Wil- helm Vallet und besonders Fr. Poilly als Schüler oder Nachahmer von Bloemaert ansehen kann.

Unter Bloemaerts vorzüglichste Blätter gehören: Die Erweckung der Tabitha, das Meisterstück; H. 14 Z. 0 L., Br. 16 Z. 5 L. Dieses Blatt wurde in Frankreich zu 120 — 367 Fr. bezahlt; bei Winkler um 3 Rthl. 16 gr. Die Belagerung und Einnahme der Stadt Pera, beide nach Cor- tona; gr. Fol. Der heil. Ignazius vor dem Heilande, der sein Kreuz trägt, nach A. Bloemaert; Fol. Die vier Kirchenväter, nach demselben; H. 19 Z., Br. 14 Z. Die Auferstehung, nach Paul Veronese; H. 18 Z. 11 L., Br. 13 Z. Die letzten 2 Blätter galten auf Auktionen in Deutsch- land 2 Rthl. und einige Groschen. Die Geburt Christi, nach Schiavone, ein grosses Stück, das man auch dem Parmesano zueignet. Valois 70 Fr.

Die Anbetung der Hirten, nach Rafael; H. 16 Z. 6 L., Br. 21 Z. ÖL. %flltl bei Frauenholz 8 fl., auf den übrigen Auktionen .3 — 5 Rthl.

Die heil. Familie nach Annib. Carracci. Joseph hat eine Brille auf der Nase; H. 14 Z. 3 L., Br. 10 Z. 3 L. Die späteren Abdrücke sind retouchirt.

Die heil. Familie, nach Parmesano; H. 14 Z. 09 L., Br. 10 Z. 11 L.

Eine Alte, die die Hände über eine Wärme - Pfanne hält, ein Stück, das man in Holland: Het Vrontje met de Stof nennt. 4,

Der Fastnachts -Narr, auf dem Rommelpot spielend, unter dem Namen: Broyeur de Montarde bekannt; Fol.

Zwei Landschaften, auf der einen eine Bäuerin unter einem Baume sitzend mit einem Henkelkorbe; auf der andern eine ähn- liche Figur in derselben Stellung, artige u. seltene Stücke ; qu. 4.

Eine Folge von 4 Bl. unter dem Namen: die Ruhe des Reisen- den bekannt, unter denen der kleine Junge mit einer Katze; 4,

Eine Katze, die eine Ratte unter den Pfoten hält, ein schönes Stück, das oft copirt wurde; 4.

Die Jungfrau, die das Kind anbetet, nach Guido; rund,

Der keusche Joseph, nach Blanchard; kl. Fol.

Die Himmelfahrt Mariä, nach Abr. Bloemaert; Fol.

Maria auf einem Throne zwischen den Heiligen Rochus und Se- bastian, nach Barraccio; Fol.

Die heil. Catharina, nach Annib. Carracci.

Maria mit dem Jesuskinde, nach Titian; oval in Fol.

Vulkan in seiner Schmiede, nach P. da Cortona.

Meleager, nach Rubens, ausgezeichnetes Stück.

Colomba de Tofenis, Nounne, eines der schönsten Porträts Bloe- maert’s, nach eigener Zeichnung.

Franz Bonisignus, bezeichnet: C. B., in Fol.

Grebber, Maler zu Harlem, bezeichnet: C. Blo.; Fol. etc.

Eine bedeutende Anzahl Blätter stach er nach Abrah. Bloemaert.

Heinecke nennt an die 60 Maler, die nach ihm gestochen haben.

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