Blechen, K., ein trefflicher Genre- u. Landschaftsmaler und Professor der Malerei zu Berlin . Er malte anfangs Dekorationen, wählte aber, mit einem schönen Talente begabt, bald eine höhere Aufgabe der Kunst, in der er eigenthümlich dasteht. Blechen bildete sich in Italien , und daher vergegenwärtigen seine Bilder viele Gegenden und Ansichten dieses Landes, in denen nicht sowohl allgemeine Naturwahrheit, als vielmehr die Launen der Natur herrschen, die so, wie in seinen Gemälden, nur an seltenen, durch speziellen Konflikt bedingten Stellen erscheint. Es ist dieses eine eigenthüm- lich komische Landschaftsgattung, die ebenfalls humoristische Staff- age erfordert, worauf sich Blechen trefflich versteht. Auf Bildern, wo er dieses anbringt, fällt auch das Capriciöse seiner Naturauf- fassung, wie man es genannt hat, nicht so bloß befremdend oder drückend auf. Blechen zeigt die italienische Landschaft statt in ihrer Anmuth, vielmehr in ihrer Ironie. Museum für bildende Kunst von Kugler, 1835, S. 42.
Blechen malt indessen nicht bloß Landschaften, sondern auch an- dere Bilder, und zeigt besonders Geschick in schauerlichen Erfin- dungen. Im Jahre 1820 sah man von ihm auf der Berliner Kunst- ausstellung ein Landschaftsgemälde, welches Semnonen vorstellt, die sich zum Kampfe gegen die Römer richten, ein nach Karoline Hellwig’s Urtheil in grossartiger Rauheit hingeworfenes, doch durch scharfe Naturauffassung und Ursprünglichkeit in den Gestalten an- ziehendes Bild. Geistreich und meisterhaft sind auch Blechens Zeichnungen, und alle seine Werke tragen den Stempel der Ori- ginalität; desswegen haben sie sich bei jeder Ausstellung des Bei- falls zu erfreuen. Es herrscht in ihnen geschmackvolle, besonnerne Haltung, Sicherheit in der Ausführung und Geist in der Anord- nung und Staffage.
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