Blanchard, Jakob, Historienmaler , geb. zu Paris 1600, gestorben
1638. Schüler von Nik. Bolleri und Horaz le Blanc, einer der
vorzüglichsten Coloristen, den Frankreich besitzt, und der allge-
mein der französische Titian heisst. Er begah sich mit seinem Bru-
der Jean nach Italien , hielt sich 1624 zu Rom auf, studirte dann
zu Venedig nach den vorzüglichsten Mustern dieser Schule, und
gründete hier sowohl, wie in Frankreich seinen Ruf. Er bildete
vorzüglich nackte Figuren und belebte sie durch Ausdruck und
Grazie. In Turin malte er für den Herzog von Savoyen in 8 gros-
sen Bildern die Liebe der Venus und des Adonis . Nach seiner
Rückkehr in Frankreich verfertigte er viele Malereien in Lyon ,
und zu Paris bildete er Vouet zum Trotz eine grosse Schaar An-
hänger, und malte mit demselben wetteifernd für den Herrn von
Bullion. Diese Arbeit bestand aus einer Gallerie von 13 Oelgemäl-
den, mythologischen Inhalts. Zu seinen merkwürdigsten Bildern
gehören ferner: die Ergiessung des heil. Geistes für die Cathedrale,
ein heil. Andreas ehemals in Notre-Dame , und Johannes auf Patmos ,
sein Aufnahms-Stück in die Pariser-Akademie.
Blanchard’s Ruhm war eine Zeitlang dem Ruhme Vouet’s sehr ge-
fährlich, allein der Tod befreite diesen von seinem grossen Neben-
buhler, der in der Blüthe seiner Jahre starb. Fiorillo III. 164.
Mehrere andere seiner Arbeiten sind in der Gallerie Bourbon
und im Schlosse zu Versailles .
Blanchard hat auch einige Blätter radirt. Rost VII. 112 führt
drei nach einer Erfindung und eines nach Carracci an.
Eine heil. Familie, ohne Namen des Künstlers, — Chez Huart; qu.4,
— Eine heil. Familie mit dem Jesuskinde, dem kl. Johannes und St.
Catharina. Chez G. Ciartres.,
Die Geburt der Maria. Blanchard pinx. Huart exc. Fol.
Die heil. Agnes de Monte Pulciano, das Jesuskind verehrend,
nach Ludw. Carracci, ohne Namen des Stechers, der Blanchard ist.
Die zahlreichen, nach ihm, meist von guten Meistern, gestochenen
Blätter führt Heinecke an.
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