Biscaino, Bartolomeo, älterer Sohn des obigen, geb. zu Genua 1633, gest. daselbst 1657 an der Pest . Sein Vater war sein erster Lehrmeister, und später V. Castelli. Die Eleganz und Schönheit der Figuren, der ächte Geschmack des Faltenwurfes, die angenehme Färbung und die fleißige und geistreiche Manier machen seine Ge- mälde stets schätzbar. Er malte Einiges für Genua und für ver- schiedene Orte der Umgebung. Eines seiner Hauptgemälde stellt den heil. Ferrand vor dem Throne der heil. Jungfrau dar, das er für die heil. Geistkirche malte. Die Dresdner Gallerie besitzt drei
Bisceino, Bartolomeo.
schöne Bilder von diesem Künstler: die Beschneidung Christi, die Anbetung der Könige und die Ehebrecherin, ein Gemälde von vie- lem Feuer und einer reichen Composition. Mariette zu Paris be- sass sechs Zeichnungen von diesem Meister, die um 2507 Liv. ver- kauft wurden.
Bisceino hat auch in Kupfer geätzt, und seine Blätter bisweilen mit seinem vollständigen Namen, bisweilen mit B. B. oder mit sei- nem abgekürzten Namen bezeichnet. Sie sind in einer freien und geistreichen Manier gearbeitet, weiche mit der des Castiglione viele Ähnlichkeit hat, aber er hat weniger ausgeführt. Seine Figuren sind eben so richtig als zierlich gezeichnet und sinnreich zusammenge- setzt, und seinen Köpfen verstand er eben so wohl Schönheit als Ausdruck zu geben. Sein Werk ist eben so schön als gesucht. Bartsch XXI. 179 verzeichnet 40 Blätter, aber der Künstler hat meh- rere gefertiget. Die vorzüglichsten sind:
Die Geburt Christi; H. 1%4 Z. 4 L., Br. 10 Z.
Die ersten Abdrücke sind vor der Adresse Daman’s. Dieses Blatt wurde in der Versteigerung bei St. Yves um 51 Fr. bezahlt.
Die heil. Magdalena; H. 5 Z. 4 L., Br. 3 Z. 8 L. Schr leicht geätzt.
Eine heil. Familie; H. 3 Z. 2 L., Br. 4 Z. 2 L. Mit grosser Leichtigkeit gefertiget. Oval.
Ein Bacchanal; H. 8 Z. 7 L., Br. 6 Z.
Die Findung Mosis; H. 6 Z. 9 L., Br. 8 Z. 10 L.
Susanna und die Alten; H. 5 Z. 1 L., Br. 4 Z. Oval.
St. Christoph; H. 7 Z. 6 L., Br. 6 Z.
Auch hier sind die ersten Abdrücke vor der Adresse des Verle- gers Daman:
Der junge Heiland mit der Weltkugel, oval; H. 7 Z. 10 L., Br. 6 Z. 6 L.
Die Ruhe in Ägypten, mit leichter Nadel geätzt, ohne Zeichen und Namen des Künstlers; H. 6 Z. 9 L., Br. 4 Z. 2 L.
Die heil. Jungfrau und St. Joseph, halbe Figuren, ganz mit der kalten Nadel ausgeführt. Dieses Blatt ist sehr selten und ohne Zeichen; H. 6 Z. 6 L., Br. 4 Z. 6 L.
Der heil. Hieronymus auf den Knien in seiner Grotte; ohne Zei- chen; H. 7 Z. 7 L., Br. 4 Z. 11 L.
Die späteren Abdrücke sind bezeichnet: Guido Reni inv. — Ro- mae apud J. Frey 1740.
St. Anton und Paul; H. 8 Z. 8 L., Br. 6 Z. 7 L.
Man hat von diesem Blatte Abdrücke mit und ohne Daman’s Adresse.
Der Durchgang durch das rothe Meer; ohne Zeichen; H. 4 Z. 8 L., Br. 6 Z. 3 L.
Das Rind Jesus in der Krippe, von Maria und Joseph und von zwei Engeln angebetet; H. 7 Z. 8 L., Br. 5 Z. 4 L. Man hat auch Abdrücke vor Daman’s Adresse.
Die heil. Jungfrau verehret das auf der Erde ausgestreckte Kind, 1655; H. 9 Z., Br. 6 Z. 9 L.
Die heil. Jungfrau auf den Knien: neigt sich über das Jesuskind, das in einer Art Krippe liegt; H. 3 Z. 11 L., Br. 3 Z. 10 L.
Dieses Blatt fehlt bei Bartsch.
In einigen Catalogen sind die Blätter dieses Meisters mit denen des F. Amato vermischt, weil sich die Werke beider Künstler glei- chen. Biscaino ist vielleicht in beiden Fällen der Zeichner.
Zweifelhaft ist, ob der letztere auch die heil. Familie im Ge- schmacke der Elisabeth Sirani gefertiget habe. Sie ist mit einem B. bezeichnet, 5 Z. 4 L. hoch und 4 Z. 5 L. breit.
542 Biscara, Giovanni Battista. — Bischop (Bisschop), Christian.
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