Binck, Jakob

Binck, Jakob, Maler und Kupferstecher , einer der besten Künstler seiner Zeit, der zu den sogenannten kleinen Meistern gezählt wird. Er wurde nach einigen um 1490, nach andern um 1504 und zwar zu Nürn- berg oder Köln geboren, wahrscheinlich in letzterer Stadt, weil sich der Künstler auf einem Blatte, welches den Saturn vorstellt, selbst „Coloniensis neunt“ sagt. In Nürnberg muss er jedoch längere Zeit verweilt ha-

Binck, Jakob.

Es ist seine Zeichnung richtiger, sein Vortrag leichter, so dass man seine weitere Ausbildung in Italien suchen dürfte, weil auch Vasari einen Binck erwähnt, Sandrart lässt ihn auch zu Rom unter Marc-Anton nach Rafael’s Werken stechen, aber eben dieser Schriftsteller hat auch viel Verwirrung angerichtet und nur Bartsch VII. 249 f. ge- fangen, das Dunkel zu erheilen und den Verwechslungen vorzu- beugen; denn die Blätter, welche gewöhnlich Binck zugeschrieben werden, sind auf dreierlei Weise bezeichnet: mit dem vollen Na- men, mit einem Monogramme und mit den Initialen I. B. Diese Blätter sind im Werthe ungleich und sicher nicht von einer und derselben Hand. Der Meister I. B. oder derjenige, der nach San- drart zu Rom von Marc-Anton benützt worden sein soll, ist wohl unter jene Meister zu setzen, deren Namen unbekannt sind. Auch die Stiche mit dem Monogramme sind so ungleich, dass man sich der Vermutung nicht erwehren kann, dass mehrere nur Werke von Copisten seien, welche das Zeichen der Originale auf die Platten gesetzt haben. Indessen könnte auch Binck diese Suche in seinen verschiedenen Lebensepochen gefertigt haben, nach mehr oder weniger vollkommenen Zeichnungen.

Aus einem Berichte des Nye danske Magazin, in Meusels N. Miscell. VIII. 1021 übersetzt, ergibt sich, dass Binck auch Maler gewesen. Er war schon vor dem Jahre 1546 als Portraitmaler in Diensten des Königs Christian III. am Hofe zu Copenhagen, malte auch einige Zeit zu Königsberg für Herzog Albrecht von Preussen, und wurde von diesem Fürsten 1540 nach den Nieder- landen geschickt, um die Errichtung eines Epitaphiums für dessen Gemahlin zu besorgen. Im Jahre 1550 schickte ihn der König von Dänemark nach Holstein, um einen tauglichen Ort zu einer Festung auszuwählen und im folgenden Jahre trat er in die Dienste Albrechts von Preussen, in welchen er auch wahrscheinlich zu Königsberg starb, und nicht zu Rom, wie einige glauben.

Unter seinen Werken erwähnt man besonders: das Grabmal der Gemahlin Friedrich I. von Dänemark, nach seiner Angabe im Dome zu Schleswig ausgeführt; des Künstlers eigenes Portrait in der Kunst- und Historischen Galerie zu Wien; das von Christian II. und seiner Gemahlin in der Kunstkammer zu Copenhagen, und die des Herzogs Albrecht von Preussen und dessen Gemahlin im Dome zu Königsberg.

Bartsch beschreibt von seiner Hand 07 Blätter. In diesen ist oft mehr der geübte Zeichner zu erkennen, als der geübte Kupferste- cher, obwohl sie auch in dieser Hinsicht nicht nachlässig zu nennen sind. Vorzüglich zeigt er Festigkeit im Conturiren, auch ist er einer der ersten, welcher die Kunst des Kupferstiches auf die Schönheit der Form hinlenkte.

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