Bernini’s Ruf verbreitete sich auch im Auslande. Der König von Frankreich rief ihn wegen des Baues des Louvres nach Paris. Seine Reise dahin glich einem wahren Triumphzuge. Als er sich Paris näherte, empfing ihn eine eigene Deputation und am 4. Juni 1663 ward er dem Könige vorgestellt, der ihn besonders gnädig empfing. Bernini entwarf jetzt die Zeichnungen zum Louvre und verfertigte die Büste des Königs in Marmor, ohne ihn vorher modelliert zu haben. Er machte auch eine (schlechte) Statue zu Pferde vom Könige, die des Fürsten, den sie vorstellen sollte, so wenig würdig war, dass man ihr einen antiken Kopf aufsetzen liess. Während er an der Büste des Königs arbeitete, machte man Anstalt zur Ausführung seiner Zeichnungen der Colonnade zum Louvre. Man fand sie nicht fehlerfrei und daher wurde Bernini’s Plan nach seiner Abreise von Paris mit dem des Claude Perrault vertauscht. Bekanntlich hat Voltaire die Idee in Umlauf gebracht, dass Bernini geäußert, wenn man solche Leute in Frankreich habe, wie Perrault, brauche man keine aus Italien kommen zu lassen; allein man sieht aus den Memoiren des Charles Perrault, der Bernini als einen hochfahrenden und eigensinnigen Mann schildert, dass derselbe nichts weniger als zu sicherer Gerechtigkeit geneigt war.
In St. Peter zu Rom befinden sich mehrere Werke von diesem Künstler. Das große Tabernakel über dem Hauptaltare, welches nach Bernini’s Zeichnung unter Urban VIII. verfertigt ward, ist ein schreckliches und kostbares, aber geschmackloses Werk. Sowohl das Dach, in Form eines Baldachins, als die vier gewundenen Säulen, von denen es getragen wird, sind von vergoldeter
Bernini, Giovanni. a ' 455
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