Berkel, Theodor Victor

Berkel, Theodor Victor, Medailleur , geb. zu Herzogenbusch 1730, gest. daselbst 1808. Er stammte aus einer der ältesten Fa- milien der Stadt, fand schon von Kindheit an die größte Lust am Zeichnen und später fühlte er sich zur Gravurkunst gezogen, die er bei dem Münzgraveur Marme zu Cleve erlernte, und durch sein eigenes Talent pflegte. Er liess sich zu Rotterdam nieder und hatte dort in seinem 37. Jahre bereits seinen Ruf begründet, als ihn der Herzog von Lothringen nach Brüssel rief, um durch ihn der Stempelschneidekunst, welche Hedlinger in Deutschland zu Ansehen erhub, auch in den Niederlanden Flor zu verschaffen. Seine schönste Medaille stellt das Bildnis dieses berühmten Me- cänas vor, dessen Züge der Künstler mit Wahrheit und vollende- ter Ähnlichkeit wiedergab. Der Kopf ist schön und charakteri- stisch, und die Haare scheint der Wind zu bewegen,

Berkel war auch in Wien einige Zeit als Graveur angestellt, fand aber sein Talent nicht gehörig belohnt, weshalb er 1803 nach Herzogenbusch zurückkehrte, wo er bis an seinen Tod verblieb.

Seine schönen Medaillen sind sehr bekannt und von den Kunst- liebhabern geschätzt. Ein vollständiges Verzeichnis derselben ist im Messager des sciences et des arts de Gand 1830 S. 454. Sie sind mit T. V. B. bezeichnet. Die älteste von 1770 ist auf die Er- bauung der lutherischen Kirche zu Amsterdam gefertigt. Andere verewigen merkwürdige Zeitereignisse und berühmte Männer, oder dienten zur Belohnung des Fleisses u. s. w.. . Sehr selten ist die Medaille, welche in der Revolution 1787 die Patrioten von Utrecht, ob cives servatos, schlagen liessen. Die Preussen suchten die Exem- plare, um sie zu vernichten. Der Name des Künstlers ist auf der Medaille nicht eingegraben, aber sie gehört ihm sicher an.

Die Zahl der im Messager verzeichneten Medaillen beläuft sich auf 67. Man findet darunter solche auf die Geburt des Erbprin- zen, jetzigen König Wilhelm I., auf Clemens XIV., wegen Unter- drückung der Jesuiten, die Statue des Karl von Lothringen zu Brüssel, auf den Teschner Frieden, auf Joseph II. und Leo- pold II u. s. w.

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