Berghem radirte auch mit leichter, sehr ausführlicher Nadel größere und kleinere Blätter. Man zählt ihrer an 300, von denen
einige sehr selten sind. Wohlfühlend, dass er durch Radierungen
nicht die der Landschaft unentbehrliche Farbe wieder geben konnte,
beschränkte er sich auf Tiere, in deren charakteristischer Zeich-
nung er ein großer Meister war, und behandelte daher in seinen
Blättern das Landschaftliche als den untergeordneten Teil.
Das sicherste Verzeichnis der Blätter, welche dieser Künstler
selbst gefertigt, findet man bei Bartsch V. 253 und im Catalog
von Rigal p. 190. Die zahlreichsten Verzeichnisse der Stiche nach
Berghem sind die von H. v. Winter und Heinecke. Einige Blätter
sind mit C. P. Berghem inventor et fecit bezeichnet, andere mit
einem Monogramme. Die Buchstaben C. P. bedeuten Claas Pieters
Zoon, d. h. Nicolaus Sohn des Peter.
Die trinkende Kuh, H. 10 Z. 4 L., Br. 13 Z. 11 L.
Es gibt davon viererlei Abdrücke: in den ersten steht unten N.
Berghem f., 1680; in den zweiten ist diese geätzte Schrift herausge-
nommen und folgende mit dem Grabstichel eingesetzt: Delineat.
et. sculpt. per N. Berghem etc. Die dritten haben die Adresse des
L. Schenk, welche in den vierten wieder weggenommen ist. Auf
französischen Auktionen wurde dieses Blatt von 170 — 240 Fr. be-
zahlt. Bei Frauenholz um 4 fl. 30 kr. IV. und bei P. v. Amstel
um 7 fl. .
Die pissende Kuh, H. 7 Z. 5 L., Br. 9 Z. 5 L.
— Die ersten Abdrücke, von großer Seltenheit, sind vor aller
Schrift; in den zweiten steht: C. P.: Berghem inventor fecit.
Die dritten haben die Adresse von de Wit; die vierten von Falk.
Bei Silvestre wurden drei verschiedene Abdr. um 347 Fr. bezahlt.
Bei Frauenholz IV. 13 fl. 15 kr. vor der Num. Becker 3 Rthl..
13 Gr. Bei Weigel ist der Abdr. vor der Adresse um 20 Thl. aus-
geboten.
Die ruhende Kuh, H. 6 Z. 4 L., Br. 8 Z. 10 L.
In den ersten Abdr. ist in der Ferne zur Linken der Berg, und
jener, welcher etwas weiter zurück, nicht beschattet, welches in
den zweiten der Fall ist. Beide sind ohne Berghem’s Namen, wel-
cher in der dritten oben links steht. Die vierten haben die Adresse
von F. de Wit und in den fünften ist dieselbe herausgenommen.
Bei Silvestre galten zwei verschiedene Abdrücke 226 Fr.
Berghem (Berehem), Nicolans.
Der Hirt, welcher mit seiner Frau spricht; H. 7 Z. 4 L., Br. 5 Z. 4 L. Ein Hirt spielt auf der Flöte; H. 6 Z. 10 L., Br. 5 Z. 2 L. Die ersten Abdrücke sind vor der Nummer 51.
Der Sackpfeifer; H. 6 Z., Br. 8 Z. 8 L.
Die ersten Abdrücke sind vor dem Namen des Künstlers. Galt bei Silvestre 124 Fr. Rigal 106 I. Druck, Durand 200 Fr. in dem- selben Drucke, Klengel 25 Thaler.
Der Hirte, welcher mit einem Weibe schwatzt, die auf dem Bo- den sitzend dem Kinde die Brust reicht; H. 7 Z. 4 L., Br. 5 Z. 4 L.
Dieses Blatt ist mit einer flüchtigen Nadel behandelt, sehr frei und selten.
Der Hirte, welcher auf der Flöte bläst, vor ihm ein Weib auf dem Boden und einige Thiere; H. 6 Z. 10 L., Br. 5 Z. 2 L.
Dieses Blatt ist sehr selten.
Der Reiter auf dem Esel, 1644; H. 6 Z. 3 L., Br. 6 Z. 10 L.
Dieses ist das geringste unter Berghem’s Blättern, aber sehr selten.
Eine Folge von 5 Bl. mit Staffage von Figuren und Thieren;
Diese Blätter sind numerirt von 1 — 5 und das Blatt mit dem Hirten, der an der Quelle die Flüte bläst, ist mit C. Berghem f. 14652 bezeichnet. Der zweite Druck dieses Stiches hat die Adresse des F. de Widt und das Jahr ’1052.
Der Zug durch den Fluss, wo man ein Weib auf dem Esel sit- zen sieht, welcher yanet, und neben dem Langohr eine Kuh etc. ist in dreierlei Abdrücken vorhanden. Auf den ersten fehlen in der Ferne die Gebirge und der Eseltreiber mit den zwei Eseln, und auf dem Papiere, das der Bauer in den Händen hält, welcher dem Weibe zu Fusse folgt, liest man: Berghem f. 1655. Dieser Abdr. ist äusserst selten.
Auf den zweiten Abdrücken sieht man die Berge und den Esel- treiber; die Jahrzahl ist weggenommen und dafür stehen die Worte : P. Goos exc. *
Auf den dritten fehlt die Adresse des P. Goos wieder.
Berghem hatte diese Platte zweimal gestochen, weil in der ersten die Aetzung etwas fehlgeschlagen hat. Die von dieser ersten Platte gezogenen Abdrücke sind äusserst selten, und ein solcher ist bei Veigel um 12 Thl. ausgeboten. Man erkennt sie an der ganz schwa- chen Nadel; der Felsen zur Linken, und der Esel im Grunde rechts sind von einem ganz grauen Tone und die Gebirge in der Ferne sind fast unbemerkbar. Den Figuren und Thieren des Vor- grundes ist mit dem Grabstichel nachgeholfen, aber das vorherr- schende Schwarz in diesen harmonirt wenig mit den übrigen Thei- len des Blattes. Zum unterscheidenden Merkmal dieses ersten Abdruckes dient überdies noch das Blatt, welches der Bauer hält; hier steht der Namen Berghem ebenfalls, aber das f, fehlt. Indes- sen herrscht schon in der Ausführung beider Blätter ein gros- ser Unterschied, überall ist aber die Originalität zu erkennen.
Eine Folge von 6 Blättern mit Thieren und zwei Bockköpfen. Diese Blätter sind von 1 — 5 numerirt, denn das sechste trägt ebenfalls die Numer 5.
Die ersten sehr seltenen Abdrücke sind vor den Numern und vor den Inschriften. Die Platten sind von ungleicher Grösse; die erste 4 Z. 5 L. hoch und 6 Z. 3 L. breit, und die drei nächsten von gleicher Dimension. Am Rande des ersten liest man: Delin. et sculpt. per N. Berchem et in lucem edit: per Nicolaus Visscher cum Privilegio Ordin. general. Belgi Foederat.
Der eine der Bockköpfe ist 3 Z. hoch und 2 Z. 7 L. breit, der
Berghein: (Berchem), Nikolaus. 433
andere fast um eine Linie größer. Am Rande beider Blätter liest man: Berghem Fec. N. Visscher edit. cum Privilegio.
Berghem hat noch einen andern Bockkopf mit geistreicher Na- del geätzt, dessen Stirne mit einem Büschel schwarzer Haare be- deckt ist. Dieses Blatt, ohne Zeichen und Namen, ist äußerst gelungen; H. 3 Z., Br. 2 Z.
Eine Folge von 6 Blättern mit Kühen und einer Hirtin, unter dem Namen der Milchfrau (Les vaches à la laitière) bekannt, Höhe und Breite 3 Z. 3 — 4 L.
Diese Blätter sind oben numeriert und das erste dient zum Titel- blatt, wo man an einem Steine liest: C. P. Berghem Fecit et Ex- cud. 1644. Links ist das Milchmädchen.
Man hat von diesem Werke eine sehr täuschende Kopie, die ein Ungenannter gefertigt. Man liest hier: Animaux de Bergame In- vento et fecit. Dieses erste Blatt ist leicht zu unterscheiden, schwerer aber die 5 folgenden. In diesen sind die Gründe der Landschaften nicht mit so feiner und zierlicher Nadel gegeben, wie im Originale; auch sind sie nicht numeriert.
Eine Folge von 6 Blättern mit Schafen; H. 3 Z. 0 — 10 L., Br.
Auf dem Titel sieht man eine junge Bäuerin auf einem Steine sitzen, und daher ist das Werk unter dem Namen „Suite mit der Frau“ (le cahier à la femme) bekannt. Unten am Rande liest man folgende Inschrift: Animalia ad vivum delineata et aqua forti aeri impressa studio et arte Nicolai Berchemi. Clement de Jonghe exc.
Diese Blätter sind ebenfalls numeriert, unten rechts. Die reinen Aetzabdrücke sind sehr selten, aber man findet außerdem noch verschiedene Abdrücke. Die ersten sind ohne Nummern und vor der Schrift am ersten Blatte; die zweiten tragen die Adresse des Clement de Jonghe und die dritten die des F. de Wit.
Eine andere Folge von 6 Blättern mit Ziegen, und derselben In- schrift, wie auf der vorhergehenden.
Auf dem Titel sieht man einen Mann mit einem Stocke sitzend, und daher hat diese Folge den Namen „Suite mit dem Manne“ (le cahier à l’homme). Die Blätter sind 3 Z. 9 L. hoch und 4 Z. 9 — 10 L. breit und unten rechts numeriert. Mit den verschiedenen Ab- drücken verhält es sich: auf gleiche Weise, wie mit der obigen Folge mit der Frau.
Die Folge mit der Frau in 8 Blättern mit Widder; H. 3 Z. 8 — 10 L., Br. 4 Z. 1 — 3 L.
Auf dem Titelblatt sieht man eine sitzende Hirtin mit einem Wid- der und rechts am Steine steht geschrieben: Animalia ad vivum delineata, et aqua forti aeri impressa, studio et arte Nicolai Ber- chemi, Th. Matham excud. Amst.
Die Blätter sind unten links numeriert und die reinen Aetzabdrücke sehr selten. Die ersten fertigen Abdrücke tragen Mathams Adresse; die zweiten jene von Clement de Jonghe und die dritten besorgte F. de Wit.
Die Folge mit dem Manne in 8 Blättern mit Ziegen; H. 3 Z. Das Titelblatt hat dieselbe Inschrift, wie die vorhergehende Folge, und auch mit den Abdrücken herrscht gleiches Verhältnis mit der- selben. (Bartsch, V. 3. 254 f.)
H. da Winter gab 1767 zu Amsterdam ein Verzeichnis der Kup- ferwerke dieses Künstlers heraus, unter dem Titel: Beredeneerde catalogus van alle de Prenten van N. Berghem, vervattende een beknopte doch zeer nauwkeurige beschryving van al geene dat na
Nuagler’s Künstler-Lex. I.Bd. - 28
Die Schilderungen und Zeichnungen von diesem vorzüglichen Meister, so durch ihn selbst als durch andere in Kupfer gebracht.
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