Bergeret, Pierre Nolasque

Bergeret, Pierre Nolasque, ein berühmter französischer Maler ... zu Paris, wurde um 1780 zu Bordeaux geboren und, weil er schon frühe eine entschiedene Neigung zur Kunst verrieth, in derselben unterrichtet. Die Anfangsgründe der Zeichenkunst erlernte er in seiner Vaterstadt, seine äußere künstlerische Bildung aber erlangte er zu Paris in David’s Schule und durch das eifrige Studium nach

den besten Mästern, die damals sowohl aus dem Gebiete der Ma- lerei als der Plastik in Paris vereiniget waren. Im Jahre 1806 er- hielt er den ersten großen Preis der Malerei mit seinem Bilde, welches die Ehrenbezeugungen vorstellt, welche Rafael nach seinem Tode erwiesen wurden. Dieses Bild, welches lauter Portraits ent- hält, und auch durch Pauguets und Sjödeniers Stich (1822) dem kunstliebenden Publikum bekannt ist, wurde damals vom Gouver- nement für Malmaison angekauft. In den Jahren von 1804 — 6 fertigte Bergeret auch verschiedene Lithographien in Crayon-Manier und andere mit der Feder; die ersten Erzeugnisse dieser Art, welche in Frankreich erschienen. Im Jahre 1808 brachte er wieder ein schönes Gemälde zur Ausstellung, welches Franz I. und Heinrich VI. vorstellt, wie sie am sogenannten Camp de Drap d’Or mit einander zum Scherze ringen. Auch dieses Bild erwarb dem Künst- ler grossen Beifall und eine goldene Medaille. Zwischen 1808 und 1810 entwarf er in einem Zeitraum von 15 Monaten 845 Zeichnun- gen, die die Kriege mit Deutschland schildern, und nach welchen die Basreliefs der Vendôme-Säule ausgeführt wurden.

Von dieser Zeit an brachte Bergeret mehrere Gemälde in den Sa- lon, lauter Werke, die zu den vorzüglichsten Erzeugnissen der sogenannten Anekdotenmalerei gehören. Wir erwähnen: Heinrich IV., wie er vor Gabriele singt, 1810; Anna Boleyn zum Tode verurteilt, 1814; Mahomet II und Irene; Franz I., wie er Verse unter das Portrait der Agnes Surel schreibt, 1819; Homer, seine Gedichte recitirend; eine historische Landschaft, 1817; die letzte Ehrenbezeugung Poussin’s; Philippo Lippi, wie er als Sklave das Portrait seines Herrn mit Kohle auf die Mauer zeichnet, 1819; Heinrich IV. den Tag nach seiner Ermordung auf dem Paradebette, 1824; Tartuffe, 1827 u. s. w.

Im Jahre 1823 erhielt Bergeret den Auftrag, vier historische Por- traits für den Saal der Kanzler im Justizministerium auszuführen, und 1828 malte er für den Minister des Innern den heil. Ludwig, wie er in Ägypten den Pestkranken Hilfe leistet, in Lebensgrösse.

Dieser Künstler malte überdies auch mehrere Portraite, wie das Ludwigs XVIII. für den Saal des Staatsrathes, und mehrere Dar- stellungen aus der Zeitgeschichte. Mehrere seiner Bilder, die sich im Luxembourg, in der Gallerie der Madame, in den Tuilerien, zu St. Cloud, zu Versailles und Fontainebleau befinden, wurden auch gestochen. Er fertigte ebenfalls eine Menge Zeichnungen zu Medaillen für die Münze und für den Obelisk, der den Pont-Neuf zieren sollte. Mehrere seiner Compositionen wurden für die Pracht- ausgaben des Boileau, La Fontaine etc. gestochen.

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