Benvenuti’s erstes Gemälde, das dem Urheber einen Namen machte, stellt den heiligen Donato vor, gegenwärtig zu Arezzo . Zu seinen besten Arbeiten zählte man um diese Zeit zu Rom die delphische Sybille, sitzend in Lebensgröße. Man rühmte damals die Zeichnung des Nackten, das Geschmackvolle des Faltenwurfes, die Stellung und die Bezeichnung des charakteristischen Ausdruckes als äußerst geschickt, und hielt das Gemälde überhaupt für eines der besten, die seit Jahren in Rom gesehen wurden.
Eines seiner letzten Werke in Rom ist die Judith mit dem Haupte des Holofernes, wie sie selbes dem Volke von Bethulia zeigt, gestochen von Ricciani. Dieses grosse Bild machte er dem Dome seiner Vaterstadt zum Geschenke. Die Composition ist reich, und zeigt neben vielen Verdiensten auch die Hauptgebrechen der neuesten französischen Schule, aus deren Geist das Ganze hervorgegangen ist. Es ist ein Meisterstück der Schule, ein wahres Schau- und Prachtstück, aber es lässt den Beschauer kalt. Eines der bekanntesten Gemälde dieses Künstlers ist der Tod des Priamus, ein grosses Bild, im Besitze des Fürsten Corsini und gestochen von Ricciani. Pyrrhus schleppt im Mittelgrunde den zitternden König zu dem Altare hin, an dessen Füssen der Leichnam seines Sohnes liegt; von den Töchtern umklammert stürzt Hecuba herbei, während auf der andern Seite die Priester entsetzt fliehen und im Hintergrunde die in die Königsburg eingedrungenen Griechen ihre Gegner überwältigen. Man sucht hier vergebens nach Einfachheit, nach Natur, nach Wahrheit; die meisten Gestalten tragen nicht den Ausdruck menschlicher Leidenschaft, sondern den einer theatralisch übertriebenen Mimik. Die Stellung des Pyrrhus ist die forcirteste eines Operntänzers. Übrigens entbehrt dieses Bild des Reliefes, wie denn überhaupt mehrere Bilder Benvenuti’s nur Zeichnungen zu sein scheinen, so wie er sie in den Cartons darstellte, und die Farbe ist ihm in diesen Nebensache. Weniger haben diesen Fehler sein Donato und die Judith.
Später malte er einen Apollo, der, wie mehrere seiner Figuren, sich zu sehr dem Statuarischen nähert. Er wollte ihm eine übernatürliche Schönheit geben, und selbst die Carnation sollte übermenschlich sein.
Für eines der schönsten Gemälde Pietro’s hält man den Samaritan im Hause Riccardi, den Orloff: Hist. della pittura in Italia II. 425, ein Meisterstück der Kunst nennt. In diese Reihe gehört auch der Schwur der Sachsen nach der Schlacht bei Jena, ein Bild, das Benvenuti für Napoleon ausführte, welches sich aber gegenwärtig im Hause Mozzi befindet. Unter den Figuren sind viele Porträts von Generalen und von Personen aus dem Gefolge des Kaisers, alle von grosser Ähnlichkeit. Hier war der Künstler gezwungen, die Natur zu studiren und nicht zu idealisiren.
Im Jahre 1822 malte er den Ugolino für den Grafen Gherardesca, ein Bild, das viele Schönheiten, aber auch viele Fehler hat. Eine Beschreibung desselben ist in der Antologia di Firenze, im Novemberhefte 1822.
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