Benvenuti hat sich indessen in Italien nicht nur durch seine Werke in Öl Ruf erworben, sondern auch in der Freskomalerei , die er jedoch erst im fünfzigsten Jahre ergriff. Orloff l. c. S. 450 sagt, dass der Künstler dennoch vollkommene Meisterschaft über die Mittel und Schwierigkeiten der Darstellung gewonnen habe, und dass seine Fresken den Ölbildern nicht weichen, wenn sie letztere nicht gar übertreffen, und daher gehören sie zu des Künstlers besten Werken. Nach dem Urtheile der italienischen Kunstkenner sind sie in der Composition vollendet, doch tragen sie weniger das Gepräge großer genialer Kraft. Indessen bilden sie ein schönes Ganze, und verdienen selbst im Relief alles Lob. Eben diese Kunstrichter erklären, dass Benvenuti jedem lebenden italienischen Frescomaler an der Seite stehe, und dass er selbst dem Appiani nicht weiche, der im Fresco so berühmt geworden ist.
Dieses Lob mag der Künstler wohl im technischen Verfahren verdienen, aus seinen Kompositionen aber athmet derselbe Geist, wie in den Ölbildern; sie haben, wie diese, große Schönheiten, aber noch größere Fehler.
Unter Benvenuti’s Fresken sind besonders die Thaten des Herkules in einem Saale des Palastes Pitti zu erwähnen, in dem gewöhnlichen Style des Meisters, mit nicht viel größerer Missigung gemalt. Es sind im Ganzen mit dem Deckengemälde fünf Bilder:
der Kampf mit der Schlange, Herkules am Scheideweg, die Zurückführung der Alceste zu Admet, der Kampf mit den Centauren und die Vermählung des Heros mit der Hebe. Alle diese Bilder sind nach Art der Tapeten ausgebreitet. In neuester Zeit malte Benvenuti an den riesenhaften Fresken der herzoglichen Grabkapelle in S. Lorenzo.
Schließlich müssen wir noch bemerken, dass die Gemälde dieses Künstlers keine grosse Haltbarkeit der Farbe haben, denn viele seiner Ölbilder fangen schon an, die Farbe zu verlieren, und der Glanz der Tinten schwindet.
Das Portrait Benvenuti’s ist in der k. sächsischen Hofmalers C. Vogel Sammlung von Bildnissen, im Jahre 1815, von Vogel selbst gezeichnet.
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