Benefial (Benefiale), Marco

Benefial (Benefiale), Marco, Maler, geb. zu Rom 1684, gest. 1726. Er lernte bei Bonaventura Lamberti, und machte sich die gute Anleitung so sehr zu Nutzen, dass er als ein Jüngling von 19 Jahren ein Werk öffentlich ausstellte, das allgemeinen Beifall erhielt. Allein das Glück war seinen Verdiensten beständig abge- netzt, daher sah er sich genöthigt, bei einem Vergolder zu arbei- ten und sich mit einem elenden Maler, F. Germisoni, zu verbin- den. Für Clemens XI. malte er im Lateran den Propheten Jonas, der ihm grosses Lob und einen Ritterorden erwarb. Doch bald sah er sich wieder ohne Beschäftigung und genöthigt, mit Filippo Evangelisti in Verbindung zu treten, unter dessen Namen er ar- beitete und den Gewinn mit ihm teilte. Daher kommt es, dass viele Werke zu Rom dem Evangelisti zugeschrieben werden, die durchaus von Benefiale ausgeführt sind. Endlich war er müde, seine Werke unter einem fremden Namen loben zu hören, und nahm sich vor, an keiner Arbeit des Evangelisti Theil zu nehmen. Jetzt war dieser entlarvt, denn seine Werke fielen in Vergleich mit den übrigen, zu schlecht aus.

Auch Benefiale ist sich in seinen Arbeiten nicht gleich, nicht aus Unvermögen, sondern lediglich, weil er nicht wollte. Venuti ertheilt ihm in der Risposta alle riflessioni crit. di M. Argens vor allen Uebrigen seiner Zeit das Lob vollendeter Zeichnung und Carraccischen Farbtons.

Zu seinen bessern Werken gehört die Geisselung aller Stimmate, die ein Bewerbungsstück mit Muratori war, und der heil. Secondino bei den Passionisten, der heil. Laurentius und Stephanus im Dom zu Viterbo und wenige andere, wo er Dominichino und seine Schule nachahmte.

Seine Gegner führen manche mittelmässige, schwache, oder min- destens unbeendigte Arbeiten an. Die Unbefangenen achten ihn als grossen Maler, seine Werke aber bald für gross, bald für schwach, bald für mittelmässig. Lanzi I. 502 und 512. W. Über seinen Streit mit der Akademie ét. Luca s. Fiorillo I. 219 und 220. Letztere ernannte ihn zum Mitgliede, verstiess ihn aber bald wieder, weil er, wahrscheinlich mit Recht, behauptet hatte, dass man sich in Anschung der Methode beim Unterrichte durchaus vom richtigen

Pfad entfernt habe. Der Graf Soderini rechtfertigte sein Bene- hmen in einer eigenen Schrift. Einem seiner Schüler, J. B. Pon- fondi, verdankt man Benefiale’s Lebensbeschreibung in einem an den erwähnten Grafen gerichteten Brief, S. Lett. pitt. V. 11 f.

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