Bendemann, Eduard

Bendemann, Eduard, ein vorzüglicher Historienmaler, der, ob-
wohl erst 1810 zu Berlin geboren, bereits die Weihe im Tempel
der Kunst empfangen hat. Er ist der Sohn des Bankiers Bendemann,
und im Schoße des Glückes erzogen, entdeckte er schon in
zarter Jugend jenen Hang zur Kunst, den die Natur unmittelbar
erzeugt, und dem Individuum als Zeichen ihres Rufes einpflanzt.
Die Fortschritte, welche er auf der Akademie seiner Vaterstadt unter
trefflichen Lehrern machte, waren daher bedeutend und gaben
die Hoffnung, dass der Kunstjünger in Bildnissen Treffliches leisten
werde. Nun zog es ihn in seinem 18. Jahre nach Düsseldorf in
Schadow’s blühende Schule und hier studirte er mit solchem Erfolge,
dass er schon nach zwei Jahren anfing seinen Namen berühmt zu machen.
Im Jahre brachte er seine Buvas und Kuth

{zur Ausstellung, ein Gemälde, das sich durch idyllische Grazie der Motive auszeichnet. Noch vorzüglicher ist sein großes Bild der gefangenen Juden in Babylon , ein Werk, das 1832 als das vorzüg- lichste der Kunstausstellung zu Berlin erklärt wurde. Der Aus- druck der edelsten geistigen Kraft, die Grässen und Erhabenheit der Form und eine Farbe, so rein und klar, wie sie nur gedacht werden kann, erheben dieses Bild zu den Erzeugnissen von hervorstechender Art. Die Gesellschaft der Kunstfreunde zu Düsseldorf kaufte das Gemälde, und bestimmte es für die Frauenkirche zu Köln . Rusche- weih hat das kunstliebende Publikum mit einem schönen Kupfer- stich nach demselben beschenkt; eine misslungene Nachbildung aber ist die Lithographie von G. E. Müller, die über den Werth des Originals nicht entscheiden kann. Im Jahre 1833 vollendete Bendemann für den Kunstverein für

die Rheinlande und Westphalen ein zweites Bild, dessen Gegen- stand kein heroischer und tragisch-erschütternder ist, wie die Ju- den in Babylon und einzelne andere Compositionen des Meisters.

Es ist dieses ein lyrisches Bild, einfach in seinen Motiven, aber nicht minder anziehend, nicht minder das Gemüth des Beschauers im Tiefsten rührend. Es stellt zwei Jungfrauen, etwa in } Lebens- altern dar, welche den Gipfel eines Hügels erstiegen haben, von

dem man hinabblickt auf reizende italienische Ebenen. Sie haben sich neben einer Quelle niedergesetzt, und die eine, in prächtig rothem sammtigen Oberkleide, legt eben die Mandoline zur Seite, während die Gespielin an der rechten Schulter der Sängerin lehnt und schwermütig vor sich niederblickt.

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