Bemmel, Wilhelm von

Bemmel, Wilhelm von, der Stammvater einer zahlreichen Künst- lerfamilie, aus einem alten adelichen Geschlechte im Burgundischen Lande, welches sich wegen der Religions-Bedrückungen nach Utrecht begab. Wilhelm wurde hier 1630 geboren, und war der Sohn Gerard’s, eines Rittmeisters in Diensten der Generalstaaten. Er lernte bei dem berühmten C. Zaftlevens die Landschaftsmalerei, be- gab sich hierauf nach Italien , und zeichnete zu Venedig , Rom , Vespel und besonders in den Gegenden von Tivoli die schön- sten Ansichten mit Geschmack und Treue. Nach einer Reise in England und Deutschland trat er in Dienste des Landgrafen von Hessen-Cassel, wo er sich sechs Jahre aufhielt und seine Talente in Darstellung der herrlichsten Landschaften bewies. Späterhin ging er nach Augsburg , dann nach Nürnberg und ward überall mit der größten Achtung aufgenommen. In der Letzteren Stadt verheirathete er sich und bekam eine zahlreiche Familie, von der aber nur zwei Söhne am Leben blieben, nämlich Johann Georg und Peter. Er starb zu Wöhrd, wo er sich zuletzt aufgehal- ten hatte.

Bemmel malte nach der Natur herrliche Landschaften mit Was- serfällen und Ruinen, wobei er besonders in Vertheilung der Lich- ter und Schatten Meister war. Er hatte ein schönes Colorit, wählte sein Locale sehr geschickt, und zeichnete Bäume, Wasserfälle, Flüsse höchst vollkommen; Vorzüge, die schon Sandrart (I. 3. Buch 23. Cap.) mit vollem Rechte an ihm rühmt. Staffagen brachte er selbst nie in seine Landschaften, die besser sind wenigstens durch seinen Sohn Johann Georg, J. Murrer, auch durch Heinrich Roos staf- firt. Er malte nie ein Ungewitter, da er doch die mannigfaltigsten Scenen, der verschiedenen Jahreszeiten darstellte. Nürnberg besitzt von ihm vorzüglich schöne Arbeiten. Im Jahre 1654 ätzte er ein Heft von 6 seltenen Landschaften. Heinecke verzeichnet die nach ihm gestochenen Blätter.

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