Bellucci (Belluzzi), Anton

Bellucci (Belluzzi), Anton, Maler, geb. zu Pieve di Soligo im Trevisanischen 1654, gest. , ein Schüler von Dom. Difinico. Dieser Künstler gehört zu den berühmtesten Praktikern seiner Zeit, besass viel mechanische Kunstfertigkeit, Feuer und Leichtigkeit im Componiren. Er liebte starke Schatten, und vertheilte sie in grosse, zarte und demnach mit süssem Colorit verbundene Massen. Seine Zeichnung ist korrekt und sein Pinsel breit und markig. Er malte in England , zu Venedig , Verona und an andern Orten Italiens, und wurde 1709 an den Hof Kaiser’s Joseph I. nach Wien herufen. Hier malte er das Portrait des Monarchen, und zierte die Fürstlich- Lichtensteinische Gallerie mit vortrefflichen Deckenstücken, in welchen sich eine dichterische Einbildungskraft, grossstilisirte Zeich- nung und ein kräftiges und anmuthiges Colorit offenbarte. Von hier ging er in die Dienste des Churfürsten von der Pfalz , und zuletzt nach England. Die k. Gallerie zu München bewahrt noch zwei treffliche Gemälde von ihm: den Götzendienst Salomons und Loth mit seinen zwei Töchtern, wovon die eine ihn auf das feurigste umfasst. In Österreich sieht man, ausser den ange- führten Arbeiten und einigen andern, auch Altarblätter in der Stiftskirche zu Klosterneuburg .

Sein Meisterstück der Malerei ist die Decke in Buckinghamhouse zu London , welche die Herzogin mit 500 Pf. St. bezahlte. Seine Bilder in dem Palaste des Herzogs von Chandos sind mit dem Ge- bäude zu Grunde gegangen.

Man kennt von ihm auch ein radirtes Bildnis des berühmten Correggio. Nach ihm stachen L. Cosse, Fossati, Thurneiser und J. Wagner. Heinecke führt diese Blätter an.

Lanzi II. 218. d. Ausg., Fiorillo V. 544 u. a.

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