Belli, Valerio, gemeiniglich Valerio Vicentino genannt, einer der größten Stein- und Krystallschneider, welcher um zu Vi- cenza oder in Pesaro geboren wurde, und nach Vassari 1546 ge- storben ist, und zwar mit den Rufe eines ausgezeichneten Künst- lers seines Faches, dessen Werke denen des Pyrgoteles und Dios- corides gleichgeachtet wurden.
Zu Bellis vorzüglichsten Werken gehört eine krystallene Cassetta, in welche er das Leiden Christi mit ausserordentlichem Fleisse schnitt. Dieses Gefäß machte Clemens VII., Franz I. von Frank- reich zum Geschenke, der es unter die Kostbarkeiten seines Scha- tzes stellte. Für diesen Pabst fertigte er auch sehr schöne Pacen und ein Kreuz von Krystall, welches Vasari „una croce divina“ nennt. Er schnitzte auch mehrere Stempel zu Medaillen mit ausser- ordentlicher Kunst nach antiken Vorbildern. Die meisten seiner Arbeiten fertigte er für den Pabst Clemens, der selbige verschiedenen Fürsten zum Geschenke machte, seiner eigenen Familie und die Kirche S. Lorenzo zu Florenz damit bereicherte.
Auch für Pabst Paul III. führte er mehrere Werke aus; ebenso für den Cardinal Bembo, der in einem Briefe an den Cardinal S. Ma- ria in Portico den Künstler einen Pesareser nennt, der sich in Vicenza niedergelassen habe.
Man glaubt nach Walpole’s Behauptung, dass Valerio auch in England gewesen sei, allein Vasari meldet nichts von dieser Reise, und Walpole hat für sich keine anderen Beweise, als einige schöne Cameen und Onyche, die wahrscheinlich von irgend einem andern berühmten Steinschneider, an welchen das 16. Jahrhundert so reich
war, herrühren. Die wichtigsten Arbeiten, die dem Valerio zuge-
schrieben werden, sind: ein Kopf der Königin Elisabeth in einem Onyx, in der Sammlung des Lord Charlemont, der Kopf des Lord- schatzmeisters Burleigh, auf der Rückseite eines alten Intaglios mit dem Bildnisse des Caracalla, vor Zeiten in Walpole’s Cabinet, und verschiedene Juwelen, welche der Herzogin von Lends und ändere vornehme Personen besassen. Fiorillo V, 257. vermuthet, dass dieses Arbeiten eines Künstlers, Na-
mens Calvpre_, seien, von dem die schönsten Bildnisse der Königin Elisabeth in Stein geschnitten herstammen,
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