Bellavia, Marcantonio, Maler und Kupferstecher . Man hat über diesen Künstler beinahe keine Nachrichten. Orlandi sagt, dass er ein Sicilianer von Geburt und wahrscheinlich sich in Ponte a Cotone Schule gebildet habe, weil er mit den Schülern dieses Meisters arbeitete. Lanzi I. 610 d. Ausg. benachrichtet, dass Marcantonio zu Rom in S. Andrea delle Fratte gemalt habe, und dass man ihn nur muthmasslich für Cortona ’s Schüler halte. Bartsch XX. p. 1. hält dieses nicht für sicher und setzt die Lebenszeit Bellavia’s um 1600.
Seine Kupferstiche haben nicht durchaus gleiches Verdienst, so wohl was Zeichnung als den Stich betrifft, jedoch sind sie offen- bar aus einer und derselben Hand hervorgegangen. Sie verkünden einen geschickten Künstler, dessen Manier sich etwas der des An- nib. Carracci nähert, und daher haben weniger geübte Liebhaber Bellavia’s Stiche oft für jene des berühmten Annibale genommen, denn die Blätter sind mit A. C. IN. bezeichnet. Heinecke glaubt, dass V. Billy, der diese Blätter herausgegeben hat (2 Folgen, eine von 25, die andere von 26 Bl.), die Buchstaben A. C. auf die Platte ge- setzt, um die Liebhaber zu betrügen, die jetzt hierin ein Blatt von Aug. oder Annib. Carracci zu besitzen glaubten. Sie sind jedoch von Marcantonio Bellavia, der einige mit seinem Monogramm bezeichnet hat, und auf dem Blatte der reuigen Magdalena liest man sogar: marcus antonius bellavia in. et pr. rome S. P.
Bartsch findet es wahrscheinlich, dass die Stiche zu Lebzeiten des Künstlers nicht herausgegeben worden seien, oder dass man nur eine sehr geringe Anzahl Abdrücke davon gemacht habe; hier- auf kamen sie in die Hände des Vincenz Belly, der sie als Werke Hannibal Carracci’s herausgab, und wahrscheinlich auch die Nu- mern daraufsetzte. Später druckte Monaldini 38 Stücke wieder ab und setzte die Buchstaben A. C. IN. bei; an mehreren veränderte er auch die Numern.
Bartsch (XX, 7 — 253.) verzeichnet 52 Blätter von diesem Meister. Sie stellen biblische und mythologische Gegenstände vor, und sind manchmal auch mit den Initialen M. A. B. I. bezeichnet. Ihre Höhe beträgt nur 3 — 7 Z. und wenige Linien; darunter sind auch einige im Querformat.
Die Anbetung der Hirten, im ersten Abdruck vor den Buchsta- ben A. C. IN. Eine zweite Darstellung dieses Gegenstandes ist von der ersten etwas verschieden,
Die Ruhe in Ägypten. Die ersten Abdr. vor den bezeichneten Buchstaben.,
Derselbe Gegenstand, mit der Nr. XI.
Eine ähnliche Darstellung, XII. a
Salvator in halber Figur. Die ersten Abdrücke sind vor den Buchstaben und anstatt der Nr. 35. steht VII.
Die heil. Jungfrau mit dem Kinde. Die ersten Abdr. wie oben.
Die heil. Jungfrau mit dem Kinde und Johannes. Die ersten Abdr. vor den Buchstaben. ;
Die heil. Jungfrau und das Kind, welches dem heil. Joseph ei- nen Apfel zeigt, Die ersten Abdr. sind mit Nr. X. bezeichnet,
Sieben heil. Familien, jede mit vier Figuren. Auch hier sind die ersten Abdrücke vor den Buchstaben A. C.
Eine heil. Familie mit sechs Figuren. Die früheren Abdr. sind
vor den Buchstaben und der Nr., VII.
Verschiedene Heilige: Johannes und Mathias, Lucas und Mareus, ihre Evangelien schreibend.. Rundes Format; frühere Abdr. vor den Buchstaben und der Nr. 25 und 27. . .
St. Gregor, St. Hieronymus, St. Anton von Padua, der heil. Franciscus, der heil. Joseph mit dem Jesuskinde, St. Roch, St. Christoph, der kleine Johannes mit seinem Lamme, der Schutz- engel u. 8 w.
Ein heil. Einsiedler im Gebete begriffen. Das Blatt hat im frü- heren Drucke die Nr. I. und die Inschrift: Opere diverse et di Aunib. Carracci. Si stampano da Vincenzo Belli in Roma,:etc.
Die büssende Magdalena, nach links gewendet. Von den dreier- lei Abdrücken sind die ersten mit I., die zweiten mit XVII, und die dritten mit derselben Zahl und den Buchstaben A, C.
bezeichnet, die letzteren finden sich auf den bekannten früheren Abdrücken nicht.
Zwei Satyre und zwei Kinder.
Diana und Pan. ‚
Ein Flussgott mit der Urne, auf welcher im frühern Drucke die Chiffre Bellavia’s steht, unten die Nr. 13 statt 34.
Der Künstler hat diesen Gegenstand mehrmals behandelt. Ein- mal sitzt der Gott auf seiner Urne, im Grunde ein Pan mit der Syrinz. Im ersten Drucke bemerkt man rechts die Züge des Zei- chens von Bellavia und die Buchstaben IN. E. F., welches Marcus Antonius Bellavia inv. et fecit bedeutet. Neben dem ist das Blatt mit den Buchstaben A, C. IN,. und der Numero, VII. statt IX, be- zeichnet. '
Dieser Stich ist 6 Z. 2 L. breit, und 4 Z. 6 L. hoch. Zwei ähn- liche Gegenstände sind oval. ‚
Romulus und Remus von Faustulus gefünden. Die früheren
Vorsicht
Diese Seite wurde maschinell erstellt. Die Zuverlässigkeit der OCR ist durch die Qualität der Scans, der Software und des Workflows zwangsläufig beschränkt. Eine menschliche Korrektur und Redaktion fand nicht statt.
Das Ziel dieser Seite ist es, die gezeigten Resourcen einfach zugänglich zu machen. Für Zitate und eine direkte Nutzung sind sie nicht ausreichend. Hierfür ist notwendigerweise das originale Quellenmaterial hinzuzuziehen.
Der zugrundeliegende Scan ist hier zu finden https://archive.org/details/bub_gb_043rAAAAMAAJ