Bella’s Werke bestehen aus historischen Blättern, Schlachten, Jagden, Landschaften, Seestücken, Tieren und Verzierungen. Man bewundert in diesen die Feinheit und Leichtigkeit der Nadel, die freie, gelehrte und malerische Behandlung. Dabei verfehlen sie nie ihre Wirkung, zeigen schöne und edle Köpfe und gut gezeichnete Figuren, nur sind die Extremitäten nicht immer korrekt. Er hatte eine reiche Einbildungskraft, doch war sein Genie nicht so fruchtbar wie jenes von Callot. Letzterer verkleinerte seine Figuren mit viel Richtigkeit und Geschmack, Bella hingegen schien durch die Vergrösserung seiner Figuren mit Callot’s Verdiensten zu wetteifern. Seine letzten Werke athmen nicht mehr die fröhliche Laune, wie seine früheren. Der sonst aufgeweckte Künstler wurde schwermütig, von traurigen Gedanken erfüllt, und in dieser Gemüthsstimmung stach er seine letzten Stücke, wo der Tod Menschen vom Altare entführte.
Am vortheilhaftesten zeigt sich dieser Künstler in seinen Figuren, die mit einer freien Hand sauber gezeichnet sind und grosse Schönheiten haben. Die Tierstücke verdienen nur in Absehen der zierlichen Ausführung Lob, und auch in seinen Landschaften ist außer der Zierlichkeit und Haltung nichts zu loben. In Kleinigkeiten ist er besser.
Sein Werk beläuft sich, nach Joubert, auf mehr als 400 Blätter, von denen (1772) Jombert zu Paris ein raisonnirendes Verzeichnis drucken liess, das jenes in Baldinucci’s Leben dieses Künstlers an Genauigkeit weit übertrifft. Heinecke gibt ebenfalls
ein ziemlich weitläufiges Verzeichnis von Bella’s Blättern, und
Huber und Joubert eine Auswahl des Besseren. Darunter gehören:
Die Ansicht des Pont-Neuf zu Paris, 1646; H. 13 Z. 3 L., Br. 25 Z. 2 L.
Die ersten Abdrücke dieses seltenen Werkes sind ohne Wetter-
fahne auf dem Kirchthurme von Germain l'Auxerrois. Galt auf
französischen Auktionen 30 — 66 Fr.
Der Felsen der Philosophen, gr. 4. Schön und selten.
Der Parnass; H. 11 Z. 10 L., Br. 8 Z. 4 L. Sehr schön.
Der heil. Prosper kommt vom Himmel auf die Erde; kl. qu. Fol.
Sehr selten. Galt bei Auktionen 50 — 43 Fr.
Le reposoir, oder das Götterfest. Ein Haußtblatt, aber in guten
Abdrücken schwer zu finden; gr. qu. Fo
Antratto in Roma dell’ ambasciatore di Polonia 1633. — Ein gros-
ser Fries in sechs Bl., trefflich radirt. Brandes 1ı Rthlr. 12 Gr.
Das Zeitreben von der Insel Rhö, 1622; H. 10 Z. 6 L., Br.
15 * 8 ® %
Die Landschaft der Engländer auf derselben; H. 10 Z. 6 L., Br.
15 * 8 P + ‘
Die Gefangennehmung des General Lamboy, 1641; H. 11 Z., Br. 16 Z.
Diese drei Blätter gehören zu Valdor’s Triomphes de Louis le juste.
Mont-Joie St. Denis, Wappenherold, in der Ferne ein Lei-
chenbegängniss, in 8. Sehr selten.
Die Belagerung von Arras durch Cardinal Richelieu. Stephano
della Bella inv. et fec. 1641; H. 14 Z., Br. 19 L..
Man hat auch Abdrücke mit dem weissen Pferde.
Die Belagerung von Rochelle, eben so bezeichnet; H. 1ÄZ. Br. 10 Z.
Die Schlacht der Amalekiter; H. 4 Z. 6 L., Br. 10 Z. 3 L.
Horaz Gonzales, mit einem Schilde eingefasst, in 4.; sehr selten.
Der kleine Jesus erklärt seinen Eltern die Schrift. Dieses Stück
ist radirt und mit dem Grabstichel beendigt, in kl. 4. und sehr
selten.
Das Portrait des Künstlers in persischer Tracht, in 12
Maria reicht dem Jesuskinde die Brust. Auf weissem Grunde:
Der kleine Täufer Johannes in einer Landschaft stehend, mit
der Rechten auf sein Lamm gestützt, in 4.
Die Abreise Jakob’s mit Rahel und seinen Heerden; qu. 8.
Die Reise Jakob’s mit seiner Familie und seinen Heerden in
Aegypten; qu. d4.
Der heil. Antonius reitet auf einem Ungeheuer mit einem männ-
lichen und einem weiblichen Kopfe; 8.
St. Anton auf den Wolken kniend. Das erste Blatt des Meisters; 8.
Die triumphirende Kirche mit dem Messgewande und der Tia-
ra; wie sie mit einem Fusse auf der Erde, mit dem andern
auf dem Meere steht.
Effigie del glorioso Martyre S. Benedetto; ein sehr seltenes Blatt.
Phalaris lässt den Perillus in den ehernen Stier legen, nach Po-
lidoro, 1634; Fol.
Drei Kinder, die auf ihrem Kopfe eine Schale mit drei Gläsern
tragen, nach Guido, in 4.
Die Entführung der Clotilde durch Clovis, ein viereckiges Stück
mit einer verzierten Einfassung; Fol. Selten.
Der Catafalk Ferdinands II. und die innere Ausschmückung der
Kirche; Fol.
Der Florentiner auf der Jagd vor einem Mädchen, welches
spinnt; gr. qu. 4.
Ein stehender Polak mit dem Streithammer.
Die schöne Jägerin mit dem Hunde an der Schnur, ein Blatt von
einem ganz eigenen Stiche, zweimal bezeichnet S. D. Bella; 4.
Bella, Stephan della
Der Fächer, oder das Fest am Arno, oval; qu. Fol. Dieses Blatt schrieb man lange dem Callot zu.
Ansicht der Engelsburg, mit artigen Gruppen; qu. Fol.
These bei der Heiligsprechung des Franziscaner Mönches Franz. Solanus 1639; gr. Fol. Selten.
Ein grosser Adler mit ausgebreiteten Flügeln, wie er eine Henne frisst; darunter, in einer Rundung, zwei wilde Pferde und eine Menge Zuschauer; kl. Fol.
Lucretia, nach Parmesano, ein kleines Blatt.
Die säugende Maria mit St. Elisabeth und dem kleinen Johan- nes, kl. Blatt.
Bella stach mehrere Marien mit dem Kinde, und einige heilige Familien.
Sechs verschiedene Ausichten von Livorne, 1655; gr. qu. Fol.
Die vier Jahreszeiten, 4 kleine Stücke, jedes mit einem Schilde umgeben, 8.
Acht Marinen im Geschmacke Callot’s, mit dem Titel: Divers embarquemens faicts par D. D. Bella, dedies a Laurent de Medicis: qu.
Zwei artige Landschaften, im Geschmacke von Silvestre. Auf der einen sieht man einen Mann, welcher Hunde in ein Ge- hölz führt, auf der andern einen solchen vor einem Pferde einhergehend; qu. Fol.
Zwei andere angenehme Landschaften; in der einen ein Bauer mit einem Korbe, in der andern ein solcher mit einem Bün- del auf dem Kopfe; qu. 4.
Sechs Blätter Vasen von gutem Geschmacke und von guter Aus- führung; 4.
Sechs artige runde Landschaften, mit Gehölzen, Wasserfällen, Ruinen etc., 1654, in 4.
Vier schöne Landschaften, in welchen man einen Fischer, ein auf dem Esel reitendes Mädchen, einen Schäfer und eine Schi- ferin zu Pferde sieht; Fol.
Vier Blätter römische Ruinen; Fol.
Die Sammlung von Spielcharten, verfertiget, um Ludwig XIV. das Studium der Geschichte, der Geographie und anderer Wis- senschaften zu erleichtern.
Elf Blätter: Mohren, Ungarn, Afrikaner und Asiaten darstel- lend, in Rundung; 4.
Achtzehn Blätter mit dem Titel: Raccolta di vari capricci e nove invenzioni di cartelli et ornamenti, posti in luce dal Sign. Steffano della Bella 1646.
Vier und zwanzig Abbildungen von Gebäuden etc., herausgege- ben von Israel Sylvestre, in Form von Friesen; Fol.
Sechzehn kleine, fast viereckigte Stücke, Kinder, Soldaten, Jä- ger etc. vorstellend.
Diese Blätter werden von einigen dem Callot zugeschrieben, und sind äusserst selten.
Zwei und zwanzig Blätter: Divers griffonnemens et épreuves & T’eau forte, faictes par Stef. della Bella, von verschiedener Form und Grösse.
Diese Folge ist oft gedruckt und vermehrt worden. Die guten Abdrücke sind ohne Nummern.
Die fünf Tode, welche Menschen jedes Alters entführen. In Ovalen in die Höhe; kl.
Der sechste Tod, der einen Jüngling in einen Brunnen wirft.
Dieses ist das letzte Blatt des Künstlers, welches sein Schüler Gallestruzzi vollendete.
Das ganze Werk dieses Künstlers, mehr als 1540 Blätter, wurde
bei Mariette um 120 Fr. erstanden. Bei Basan galt die Sammlung
von 700 und etlichen Stücken 210 Fr.
Vorsicht
Diese Seite wurde maschinell erstellt. Die Zuverlässigkeit der OCR ist durch die Qualität der Scans, der Software und des Workflows zwangsläufig beschränkt. Eine menschliche Korrektur und Redaktion fand nicht statt.
Das Ziel dieser Seite ist es, die gezeigten Resourcen einfach zugänglich zu machen. Für Zitate und eine direkte Nutzung sind sie nicht ausreichend. Hierfür ist notwendigerweise das originale Quellenmaterial hinzuzuziehen.
Der zugrundeliegende Scan ist hier zu finden https://archive.org/details/bub_gb_043rAAAAMAAJ