Beham, Hans Sebald

Beham, Hans Sebald, Maler und Kupferstecher, geb. zu Nürn- berg , gest. zu Frankfurt um 1550.

Der rechte Name dieses Künstlers ist Beham, wie er sich selbst auf seinem Wappen und seinen andern Werken nannte. Da- her ist es eben so irrig, wenn er in deutschen Kunstschriften Böhm, Behm, und in französischen und italienischen Sebald Been, Hans Sebald de Bohême, Hisbean, Hisbens, Hisbins, Hispanien , Peham genannt wird. Sein Vater ist wahrscheinlich der Hans Be- heim, welcher 1465 als ein Maler in den Nürnberger Bürgerbü- chern vorkommt.

Hans Sebald erlernte die Anfangsgründe der Kunst von seinem Oheim (nicht Bruder) Barthel Beham, und trat hierauf in die

A. Dürer’s, unter dessen Leitung er sich zum Maler und besonders trefflichen Kupferstecher bildete. So sehr er auch den Geist seines Lehrers in Hinsicht seiner Arbeiten in sich aufnahm, so glich er ihm später doch nicht in der Untadelhaftigkeit des Wandels. Er ergab sich der ausschweifendsten Lebensweise, und als er die Achtung seiner Mitbürger verloren hatte, wendete er sich von Nürnberg nach Frankfurt, wo er selbst Wirt eines liederlichen Hauses wurde. Er starb auch in dieser Stadt, und zwar, wie Hüsigen benachrichtet, keines natürlichen Todes, denn er wurde wegen seines liederlichen Lebens ertränkt. War damals etwas Gewöhnliches, dass man Hurer und Kindesmörderinnen ertränkte.

Die Gemälde dieses Künstlers sind selten; dagegen aber finden sich von ihm treffliche Kupferstiche und Holzschnitte nach seinen Handzeichnungen, deren Sandrart mit vorzüglichem Lobe gedenkt. Hans Sebald’s Geist fasste die komische Seite des Gemeinen und das Edle der Natur gleich klar und fest auf. Man sehe als Beweis zum Ersteren seine Bauernszenen und für Letzteres seinen St. Sebald und einige seiner Madonnen, so wie auch mehrere mythologische Gegenstände. Es ist fast unglaublich, sagt v. Quandt in seinem Entwurfe zur Geschichte der Kupferstecherkunst, dass Sebald nicht Italien sehen sollte, und das Blatt Dido (Bartsch No. 80), welches eine in Dido umgeänderte Venus nach Rafael ist, die er vielleicht bloß aus einem Marcanton’schen Stiche entlehnte, macht es noch wahrscheinlicher, dass er jenseits der Alpen war; allein seine Lebensbeschreiber sagen nichts von einer Reise nach Italien.

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