Beham (Böheim, Baehm, Beheim), Barthel, Maler und Kupferstecher , geb. zu Nürnberg 1502, nach andern schon 1406, Schüler des berühmten Albrecht Dürer’s.
Da sich Beham schon in des deutschen Meisters Schule als trefflicher Künstler zeigte, so wurde er zu seiner Vervollkommnung vom Herzog Albrecht IV. von Bayern nach Italien gesendet, wo er lange Zeit in Bologna und Rom lebte. Marc-Anton wurde hier sein Lehrer, der die Trefflichkeit seines Schülers benützte, und vieles von ihm unter seinem Namen herausgab. Er besuchte zweimal Italien , das letzte Mal in Aufträgen des Herzogs Ludwig, sah aber jetzt sein deutsches Vaterland nicht wieder, denn er starb auf dieser Reise in der Kraft der Jahre, nach Doppelmayer 1540, im 38. Jahre, wahrscheinlich in Rom.
In Beham’s Blättern zeigt sich eine Ahnung jener Herrlichkeit der Kunst und Natur auf, die jenseits der Alpen schuf und lebte. Um begreifen zu können, wie auf einmal durch ihn für die deutsche Schule ein neues Leben erwachte, sehe man nur die Zahl von Copien, welche Bink und andere seiner Zeitgenossen nach seinen Blättern machten. Man findet hier gelehrte, immer korrekte Zeichnung, die oft voll Grazie ist, Weichheit und bewunderungswürdige Feinheit des Stiches. Sandrart II. 233. erhebt unsern Künstler mit vorzüglichem Lobe, nennt ihn aber irrig Böhm, denn sein Verwandter Hans Sebald schreibt sich Beham, nicht Böhm.
Von gleicher Vortrefflichkeit wie die Kupferstiche sind auch Beham’s Gemälde. Sandrart zählt viele Porträts auf, die sich einst in München befanden; es werden auch jetzt noch einige Bilder in den k. b. Sammlungen bewahrt: das Portrait Albert IV., Herzogs von Bayern in Lebensgröße auf Holz; die Bildnisse Kaiser Karl des Großen u. Wilh. V.; Curtius, wie er sich in den Abgrund stürzt, auf Holz; eine treffliche Kreuzfindung durch die heil. Helena, und eine entseelte Frau, die mit dem Holze von dem heil. Kreuz berührt, aus dem Todeschlummer erweckt wird. Eine Kreuzerhöhung mit vielen Figuren befindet sich von Beham’s Hand in der k. k. Galerie zu Wien.
In seinen Gemälden herrscht Einfalt und charakteristische Bezeichnung des Ausdrucks, Feuer, richtige Zeichnung, natürliche Färbung und eine sehr fleißige, oft trockene Behandlung.
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