Begas, Karl

Begas, Karl, Historienmaler , Professor und Mitglied des Senats der Akademie der Künste zu Berlin , geb. zu Heinsberg bei Cöln 1704, ein Künstler, der zu den berühmtesten unserer Zeit gehört. Von seinem Vater, der 1801 als Vicepräsident des Tribunals nach Cöln versetzt wurde, für die juristische Laufbahn bestimmt, besuchte er das Lyceum in Bonn und erhielt auch hier den ersten Unterricht in der Ölmalerei bei dem Maler Philippart. Eine gelungene Co- pie des Ralfuel’schen Johannes der Düsseldorfer Gallerie verschaffte ihm die Auszeichnung in seinem 15. Jahre von der literarischen

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Gesellschaft zu Bonn zu ihrem Ehrenmitgliede ernannt zu werden, Im Jahre 1808 verließ Begas Bonn, um drei Jahre in Köln zu ver- weilen, und 1812 fand er zu Paris im Atelier des berühmten Ma- lers Gros freundliche Aufnahme und tüchtigen Unterricht. Während der Anwesenheit der Verbündeten in Paris zog seine Kopie der Madonna della Seggiola die Aufmerksamkeit des Königs von Preußen auf den Künstler . Der Monarch kaufte das Bild, so wie später (1810) Hivb von seinen Freunden umgeben, ein Werk, welches dem Urheber eine Pension von 2000 Fr. erwarb. Im Jahre 1818 hatte er seinen Christus am Ölberg im erhabenen Stil vollen- det, für die Garnisonskirche zu Berlin und zu gleicher Zeit wurde er mit der Ausführung eines größeren Ölgemäldes für den Dom be- auftragt. Dieses ist die Ausgussung des heiligen Geistes; ein Bild, das dem Künstler noch größeren Ruhm erwarb, und welches seit im Dome zu Berlin prangt.

Dieses vollendete Kunstwerk ist 10 Fuss hoch und 8 Fuss breit, und erfüllt jede Erwartung durch die unvergleichlich richtige Zeich- nung, die Wahrheit des Ausdruckes und durch die bis in das Einzel- ne gehende Sorgfalt der Ausführung. Über das ganze Bild ist ein harmonischer Farbenzauber verbreitet, selbst in den hellsten und

wägtesten Gegensätzen. Die Composition zeichnet sich durch Einfachheit und charakteristische Grösse aus. Es findet hier weder Überfüllung noch Armuth statt; die Vertheilung der Massen hat nichts Erzwungenes, nichts künstlich Geordnetes, sie ist ganz natür- lich, die Haltung der Gewänder ist weit und von kühnem Wurfe. Die Färbung hält man im Allgemeinen zu ideal und die Fleisch- farben sind mit mehr Gefühl als Wahrheit gemalt. Die kräftige altung gibt dem Ganzen ein imposantes ernstes Aussehen, das zur Verzierung eines Tempels vorzuglich passt.

Die Ausgussung des heil. Geistes erwarb dem Künstler aufs neue durch die Gnade des Königs eine dreijährige Pension zu einer Reise nach Italien, nach der hohen Schule, wo der grösste aller Künstler wirkte und lebte. Jetzt studirte er die Meisterwerke Roms, wodurch das Eigenthümliche der französischen Schule seinen über- wießenden Einfluss auf Composition und Ausführung verlor. Ein herrliches Bild in lebensgrossen Figuren, die Taufe Christi, zog in Rom allgemeine Aufmerksamkeit auf sich. Auch hier bewun- dert man die Correctheit der Zeichnung, die harmonische Ver- schmelzung der Farben, den sorgsamen Fleiss und die Wahrheit der Ausführung. Dieses Bild befindet sich in der Garnisons - Kirche zu Potsdam. Ein anderes großes Altarblatt von 10 Fuss Höhe zeigt die Auferstehung Christi, in der neu erbauten Friedrichswerders- chen Kirche, in welcher die optische Täuschung zu einem hohen Grade gesteigert ist. Ein ausgezeichnetes Bild ist auch seine Kreuzab- nahme, die sich im Dome zu Berlin befindet, und 1834 änderte seine Bergpredigt und die Aussetzung Mosis warmes Lob. Beson- derer Erwähnung verdient auch eine Reihe von Darstellungen aus der Geschichte des Tobias, von denen eine durch Berger’s Such bekannt ist.

Begas ist auch im Portraite vorzüglich. Lebenswärme und un- gemeine Wahrheit, lebendige Charakteristik sprechen aus seinen in technischer Hinsicht sehr gelungenen Bildern. Vortrefflich ist das Bildnis Thorwaldsen’s, das er 1824 in Rom malte, und von gleicher Vorzüglichkeit das des Königs in ganzer Gestalt. Erstere hat Amsler gestochen. Nicht minder schön sind die Porträts der Prinzessin Zäbracht von Preußen und mehrere andere weibliche Bildnisse.

Nagler’s Künstler-Lex. T, Bd. 24

Lorenz Beger, ein mittelmäßiger Kupferstecher, der Anfangs zu Berlin und dann zu Heidelberg und Frankfurt gearbeitet hatte. Um 1711 soll er sich, wie Nicolai behauptet, nach England bege- ben haben, dem Hüsgen widerspricht, weil der Künstler noch 1713 und 1727 in dieser Stadt gelebt hat.

Beger stach Bildnisse, die Blätter für die deutsche Ausgabe von Tortebat’s Anatomie, die 1700 zu Berlin erschien; mehrere für den Thesaurus Brandenburgicus, den sein Oheim Lorenz Beger her- ausgab, und endlich vier Blätter, welche ein Feuerwerk darstellen, das 1708 zu Berlin abgebrannt wurde.

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