Beaumont, Sir Albanis, Zeichner, Kupferätzer und Landschaft - maler von grossem Verdienste, welcher in seinen Stücken einen Grad von Einsicht und Meisterschaft zeigte, der bei einem bloßen Dilettanten selten ist. Er ist wahrscheinlich ein Piemonteser von Geburt und der Sohn des Claudio Francesco, und in England nur nationalisiert, wo er auch in voller Thätigkeit starb, doch können wir das Jahr seines Todes nicht angeben. Als Freund der Natur unternahm er mehrere Reisen und übergab die Resultate derselben in mehreren Werken dem kunstliebenden und naturbefreundeten Publikum,
Seine Abbildungen und Beschreibungen der rhätischen und der an die Seeküste gränzenden Alpen sind den Kunstkennern vor- theilhaft bekannt. Eine Fortsetzung davon enthält ausgewählte An- sichten der Alterthümer und Seehäfen des südlichen Frankreichs mit historischen und topographischen Erläuterungen. Von Einsicht und Geschmack geleitet, zeichnete er nur solche Ansichten, die der verweilenden Betrachtung würdig waren und die für den Mann von Geist und Kenntnissen interessant sind. Auch die Beschreibungen sind angenehm und lehrreich. Im Jahre 1801 hatte Beaumont seine Reise durch die Lepontinischen Alpen vollendet und gab sie mit derselben Pracht, wie seine zwei ersten Werke heraus. Das Hauptverdienst liegt in den getreuen Zeichnungen und in den fleißigen Stichen der Kupfer.
Später verlegte er sich mit Eifer auf die Malerei . Im Jahre 1800 lieferte er zur Ausstellung einen Seesturm, in welchem die Wo- gen mit grosser Wahrheit dargestellt sind.
Das Ganze hat eine Erhabenheit, welche ihre Wirkung bei kei- nem Zuschauer verfehlt. Seine Ansicht des Sees von Albano, die er ebenfalls 1806 ausstellte, wird zwar wegen der hohen Wahrheit des Wassers gelobt, sie soll jedoch etwas zu matt und nüchtern für das Klima Italiens coloriert sein. Im Jahre 1808 war B. in Frankreich und überreichte dem Kaiser einige Landschaften, die derselbe sehr gnädig aufnahm.
Seine Werke erschienen unter folgenden Titeln:
Voyage pittoresque aux Alpes-pennines. Genève 1787. f. mit color.
— Travels from France to Italy through the Lepontine Alps, or an itinerary of the road from Lyon to Turin. London 1800; f. fol., mit 36 color. K. Dieses Werk erschien zuerst 1794 und in einer neuen Auflage 1806. — Travels through the maritime alps from Italy to Lyon across the col de Tende. London 1705 mit getuscht. K. Mit nach dem Original color. K. botice Edwards 17006 für 21 Pf. aus. — Travels through the Rhétian alps in the year 1786, from Italy to Germany through Tyrol. London 1702, auch 1802; gr. fol. mit getuscht. K. — Select views of the antiquities and Harbours of the South of France 1794, fol. 15 Tab. — Description des alpes grèques vues cotiennes et. 1802; gr. 4. mit Atlas in fol. 4 Bände.
Das Verzeichniss von Beaumont’s früheren Blättern gibt Meusel N. M. 476 u. Mus. XIV; 36. Da heisst es, dass seine ital. Ansichten, meist aus der Gegend von Nizza, die er 1788 in 12 Bl. herausgab, und 12 andern des Chamouny Thals und der Umgegend
des Genfersees von 1788 nur durch die schöne Illumination des älteren Lory einen bedeutenderen Werth bekommen. Beaumonce's Zeichnung und Ätzung wird nur für mittelmäßig geachtet. Auch die folgenden Prospekte gehören nach Meusels Bericht nur zum Mittelgute, die abermals durch den geschmackvollen Pinsel des Berners Lory ihr grösstes Verdienst erhielten. — Fiorillo V. 827.' Eberts bibliog. Lexikon u. a. ;
In London starb in diesem Jahrhundert auch ein Kunstfreund und Künstler Sir George Beaumont, der die National-Galerie mit vielen schönen Gemälden seiner Sammlung bereicherte. Er selbst malte hübsche Landschaften. Wir wissen nicht in welcher Beziehung er zu Sir Albanis steht.
Vorsicht
Diese Seite wurde maschinell erstellt. Die Zuverlässigkeit der OCR ist durch die Qualität der Scans, der Software und des Workflows zwangsläufig beschränkt. Eine menschliche Korrektur und Redaktion fand nicht statt.
Das Ziel dieser Seite ist es, die gezeigten Resourcen einfach zugänglich zu machen. Für Zitate und eine direkte Nutzung sind sie nicht ausreichend. Hierfür ist notwendigerweise das originale Quellenmaterial hinzuzuziehen.
Der zugrundeliegende Scan ist hier zu finden https://archive.org/details/bub_gb_043rAAAAMAAJ