Beatrizet, Nicolas (vielleicht richtiger Beautrizet)

Beatrizet, Nicolas (vielleicht richtiger Beautrizet), Kupferstecher ,

eb. zu Thionville in Lothringen , blühte um die Mitte des 16. Jahr- hunderts. Sein Todesjahr ist unbekannt, eben so das Geburts- jahr. Rost vermutet, dass sich dieser Künstler in der Schule des Augustin von Venedig gebildet habe, dem er jedoch weit nachsteht. Bartsch hingegen glaubt, dass er Marc’Anton’s Schüler gewesen, Man findet in seinen Blättern weder Festigkeit des Grabstichels, noch richtige Zeichnung, und dieselben sind nur wegen der Ori- ginalien zu schätzen, nach welchen sie gestochen. Der weniger Geübte kann die Blätter dieses Meisters, die man der interessanten Gegenstände wegen in den grössten Sammlungen aufgenommen hat, mit denen des Noel Bonifacio verwechseln, da die Chiffres beider Meister sich ähneln, aber Bonifacio’s Manier ist zierlicher, jedoch trockener als die Beatrizet’s.

Christ und andere hielten unseren Künstler für eine Person mit dem Meister, der sich mit dem auf einem Würfel stehenden B

Nagler’s Künstler-Lex. I. Bd. 22

Nicolas Beatrizet.

bezeichnete. Diesen Meister unterscheiden jetzt die Kunstliebhaber von dem obizen, und nennen ihn den Meister mit dem Würfel (le maître au dé, maestro del dado) und den alten Beatricius, ob- wohl kein Grund vorhanden ist, dass das B auf dem Würfel den Beatricius bedeutet.

Der Meister mit dem Würfel hielt am kräftigsten den edlen rafaelischen Styl, und eine einfache aber geregelte Stichmethode, welche der des Marc-Anton selbst nahe kommt, obgleich sie nicht ganz die Zartheit hat, aufrecht, und indem er Augustin von Ve- nedig in Genauigkeit der Strichlagen übertraf, hielt er sich von jenem Streben nach blossem Effekt, den Marc de Ravenna oft darin suchte, dass er die Schatten hart und mit wenig Abstufung vom Licht absetzte, zugleich entfernt. Seine trefflichen Arbeiten sind fast sämmtlich nach rafaelischen Werken oder doch nach solchen, in wel- chen dieser Geist lebt, ausgeführt. Vergl. v. Quandt Entwurf zu einer Geschichte der Kupferstecherkunst, S. 197.

Die Verzeichnisse der Werke N. Beatrizet’s waren bis auf Bartsch schleunig ungenau; erst der letztere hat sie von denen der anonymen Meister und von jenen des sogenannten Beatricius geschieden. Er verzeichnete 108, glaubt aber, dass diese Anzahl zu gering sei für einen Künstler, der sich ganz allein der Kupferstecherkunst wid- mete. Nebenbei dürfte er nach Bartsch auch Platten anderer Mei- ster umgestochen und retouchiert haben, namentlich solche, die im Besitze der Kupferstichhändler seiner Zeit, wie Th. Barlacchi’s, A. Salamanca’s und A. Lafreri’s, waren. Mit dem letzteren scheint er in Verbindung gestanden zu sein, der vermuthlich mit seinem rechten Namen La Frere hiess und ein Landsmann Beatrizet’s war.

Beatrizet’s Blätter tragen die Jahrzahlen von 1540 — 1562, und somit glaubt Bartsch, dass er um 1520 geboren und um 1570 ge- storben sei.

Portraits:

Papst Pius IV., bezeichnet: Nicolaus Beatricius lotaringus incidit et formis suis exc.; H. 13 Z., Br. 0 Z. 3 L.

Papst Paul IV., 1568; H. 11 Z. 10 L.? Br. 8 Z. 8 L.?

Heinrich III. von Frankreich, P. R. INV. — N. B. LOT. F. 1556. Dieses Blatt ist vielleicht nach Penni Romanus, dem man die- ses Portrait zuschreibt, gefertiget, \ d

In den ersten Drücken sieht man den Kopf in Profil, in den zweiten zeigt er sich in drei Viertel Ansicht. Auch trägt das Blatt die Jahrzahl 1558.

Hippolytha Gonzaga, ohne Namen des Stechers. Oval; Durch- messer der Höhe: 18 Z. 9 L., jener der Breite: 13 Z. 8 L. Die späteren Abdrücke tragen L. Bertelli's Adresse.

Juan de Valverda, genannt Amusco; H. 8 Z. 5 L., Br. 5 Z. 3 L.

Dieses Blatt findet man an der Spitze der lateinischen Übersetzung der Historia de la composicion del cuerpo humano, wel- ches Valverda zu Rom 15506 in 8vo heraus gab. Auch in der ita- lienischen Übersetzung von 1586 dient es zum Titelkupfer.

Anton Salamanca; H. 7 Z. 3 L., Br. 5 Z.

Büste des Titus Livius, ohne Namen des Stechers, nur mit Sa- lamanca excudebat bezeichnet: H. 11 Z. 8 L., Br. 8 Z. 8 L.

Heilige Gegenstände:

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