Bayeu, Francisco y Sibila

Bayeu, Francisco y Sibila, Maler, geb. zu Zaragoza , gest. 1788. Er sollte sich dem gelehrten Stande widmen, bewies aber früher seine Neigung zur Malerei, und so übergab man ihn der Schule von Luxan, der sich bald von den großen Fähigkeiten des Jünglings überzeugte. Dies geschah am auffallendsten, als die Akademie einen außerordentlichen Preis ausgesetzt und alle Künstler des Reiches zu einem Wettstreit aufgefordert hatte. Don Francisco verfertigte nämlich ein Gemälde und überschickte es dem Bildhauer Don J. de Mena, der es einige Tage in seiner Wohnung aufstellte. Das Bild schreckte alle Künstler von der Concurrenz ab, und keiner wagte es, sich mit ihm zu messen, so dass er ohne Nebenbuhler den Preis davon trug. Er erhielt hierauf eine Geldsumme um seine Studien in Madrid unter Don Gonzalez Velasquez fortsetzen zu können, kehrte dann nach Zaragoza zurück und blieb daselbst, bis Mengs den König ersuchte, ihn nach Madrid kommen zu lassen, um für den Palast zu arbeiten. Hier brachte er auch viele Meisterstücke hervor, die mit so lautem Beifall aufgenommen wurden, dass ihn die Akademie 1765 zu ihrem Mitglied und der König 1788 zum Kammermaler und zuletzt zum Generaldirektor ernannte.

Don Francisco hat ohne Widerrede nächst Mengs den bedeutendsten Einfluss auf die Richtung gehabt, den die neue spanische Schule seither genommen. Er zeichnete richtig, wählte schöne Gestalten und Formen, gab ihnen charakteristischen Ausdruck, colorierte harmonisch mit klaren kräftigen Schatten und wusste alle Gruppen zu einem angenehmen Ganzen kunstmäßig zu verbinden. Und zu allen diesen Vorzügen ist er gelangt, ohne Spanien je verlassen zu haben. Er stach auch meisterhaft in Kupfer.

Seine vorzüglichsten Werke sind folgende: Die Eroberung von Granada und der Fall der Giganten in den Zimmern des neuen Palastes zu Madrid, die Apotheose des Herkules u. a. in einem Saal daselbst; die Religion und einige Tugenden, in der Antichambre des Königs, Apollo, der die Künste in Schutz nimmt, in der Bibliothek des Königs, und ein toter Christus in dem Bettzimmer des- selben. Ferner zwei bewegliche Altäre für den König und die Königin, jeder mit fünf Vorstellungen von Heiligen; zwei andere Altäre für den Infanten Don Gabriel und dessen Gemahlin Donna Maria Josefa; ein Fresko über dem Hauptaltare der Kirche del Incarnacion; ein Blatt über dem Altar in St. Francisco; die Freskogemälde am Gewölbe der Collegiatkirche zu St. Ildefonso; drei Deckenstücke al Fresco im Palast del Pardo; die Bilder an der Kuppel und an der Decke des Palastes, der Capelle und des Bethauses zu Aranjuez; eine Em- mässigung Mariä in Pasqual; vier Vorstellungen an der Decke der katedrale del Pilar zu Zaragoza, und ein Blatt über dem Haupt-

Altar der Kirche der heil. Encarnación, das ihre Märter und ähnliche
Geschichten enthält. Außerdem findet man von ihm 22 Halbbögen
mit den wichtigsten Begebenheiten des heil. Bruno in der Carthause
von La Concepción, acht Al frescos im Kreuzgang der Kathedrale von
Toledo und viele andere Sachen in S. Felipe, San Ildephonso und
in der Kathedrale Aula Dei. Fiorillo IV, 430 ff.

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