Bay, Johann Baptist Joseph de, Bildhauer, geb. zu Malines 1770, lernte die Anfängsgründe im Zeichnen bei Van Biscum zu Alost, hatte aber später keinen andern Führer mehr, als sein Ta- lent, welches ihm sein Studium erleichterte. Seinen ersten Ruf verschaffte ihm die Versuchung des heil. Antonius, welche er für Dr. Le Clercq ausführte, und einige Porträts. Später begab er sich nach Paris , ohne Empfehlung und Mittel, doch fand er an Van Spaendonck einen Beschützer, auf dessen Verwendung er in die Akademie aufgenommen wurde. Hier erweckten die Kunstschätze, die damals aus ganz Europa nach Paris wandern mussten, seinen Eifer, leider aber bot die Zeit den Künstlern seines Faches nicht viel günstige Gelegenheit dar. Grösseres Glück fand er in Nantes und in der Vendee, wo die Bildwerke der Kirchen, welche in den Kriegen beschädigt wurden, hergestellt oder von neuem gemacht werden mussten. Er fertigte mehrere Statuen für die Cathédrale und die Börse, 60 Büsten für die Bibliothek, die Porträts des Bischofs, des Préfets, des Maire und anderer Magistrats-Perso- nen. Nach einem fünfzehnjährigen Aufenthalt in Nantes kehrte er nach Paris zurück, um seinen Söhnen Gelegenheit zur Ausbil- dung zu verschaffen. In Paris stellte er 1817 die Büste Talma’s aus, die er noch zu Nantes ausgeführt hatte, und das Modell zum Denkmal der Familie Cossin, welches ihm eine goldene Medaille erwarb. Von dieser Zeit an erhielt er mehrere Aufträge, in Büsten, Statuen und Basreliefs bestehend. Eines der letzteren ist in den Annalen des Pariser Salons gestochen. Seine colossalen Statuen des Apollo und Neptun sind im botanischen Garten zu Havannah und mehrere seiner Werke in Kirchen und Privathäusern zu Paris. In der Cathédrale von Arras ist von ihm ein zwölf Fuß hoher hl.
Mathias, den er 1822 ausführte, und im Schlosse zu Compiegne ein Merkur, der den Argus einschläfert, 1824 aus Marmor gehauen, und eben daselbst die Statue des schlafenden Argus. Im Jahre 1825 fertigte er die acht Fuß hohe Reiterstatue Ludwig XIV., die in Bronze gegossen, in Montpellier sich befindet. De Bay wurde 1824 zum Künstler der Ehrenlegion ernannt.
Seine beiden nachfolgenden Söhne, die er in den Anfangsgrün- den selbst unterrichtete, sind ebenfalls geschickte Künstler, so wie der Vater unter die vorzüglichen seines Faches gehört. Mehrere seiner Werke sind in de Bast’s. Annales du salon de Gand S. 146 und in Gabet’s dict. des artistes verzeichnet.
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